Ferdinand von Schirachs Kinderbuch 'Alexander': Grundrechte als spannendes Abenteuer
Von Schirachs Kinderbuch 'Alexander': Grundrechte als Abenteuer

Ferdinand von Schirachs Kinderbuch 'Alexander': Grundrechte als spannendes Abenteuer

Ferdinand von Schirach hat mit „Alexander“ sein erstes Kinderbuch geschrieben und überrascht damit Leser aller Altersgruppen. Mit Witz, eigenen Zeichnungen und einem neugierigen Helden verwandelt der einstige Strafverteidiger die Suche nach Gerechtigkeit in ein fesselndes Abenteuer – inklusive Elefant und einer Prise politischer Anspielungen.

Ein Märchen über Demokratie und Gerechtigkeit

Der bekannte Autor, dessen Romane wie „Verbrechen“ oder „Der Fall Collini“ weltweit millionenfach verkauft und verfilmt wurden, widmet sich in seinem neuen Werk grundlegenden Fragen. Schuld und Unschuld, Schicksal, Gerechtigkeit und Moral stehen im Mittelpunkt, nun aber in einer kindgerechten Form. „Alexander“ ist ein kluges, poetisches Märchen über den Wert der Demokratie, das in der Stadt Kaliste spielt.

Nach der Befreiung von einem tyrannischen König wollen die Menschen gerechte Gesetze schaffen. Der Junge Alexander begibt sich auf eine abenteuerliche Reise, um Antworten zu finden und der Stadt bei der Entwicklung einer guten Gesellschaftsordnung zu helfen. Ein hochaktuelles Anliegen, wie von Schirach betont: „Es ist ja im Grunde genommen so, dass heute der Deal als wichtiger gilt und das Recht des Stärkeren und das Übervorteilen selbst von Staaten, die Erpressung.“ Mit Sorge beobachtet er die Gefahren für Demokratien weltweit und möchte bereits Kindern die Bedeutung von Grundrechten vermitteln.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Die Entdeckung der Grundrechte auf einer Reise

Alexander trifft auf seiner Reise verschiedene Menschen und fragt sie nach gerechten Gesetzen. Vom Philosophen Diogenes, der in einer Tonne lebt, lernt er etwas über die Freiheit der Person. Mit dem „größten Modeschöpfer aller Zeiten“ sinniert er über die Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz, und vom Orakel erfährt er etwas über die Freiheit des Denkens.

Im Kern sind es die Grundrechte, wie sie im Grundgesetz der Bundesrepublik als unveräußerliche Rechte verankert sind. „Tatsächlich ist es so, dass die Idee der Würde des Menschen in meinen Augen die größte intellektuelle Erfindung der Menschheit war“, erklärt von Schirach. Seine Geschichte macht diese abstrakten Konzepte für junge Leser greifbar und verständlich.

Die Entstehung des Buches und seine künstlerische Gestaltung

Die Idee zu „Alexander“ entstand vor vielen Jahren, als von Schirach Freunde in Positano besuchte und dem damals 11-jährigen Sohn der Familie Geschichten von Alexander aus Kaliste erzählte. Vor etwa einem Jahr traf er seinen inzwischen erwachsenen Patensohn wieder, der ihn bat, diese Geschichten aufzuschreiben. Eine berührende Inspiration, die zum Buch führte.

Von Schirach schreibt im Stile eines Märchens, kindgerecht und auf Augenhöhe mit jungen Leserinnen und Lesern, aber ohne banal zu werden. „Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man mit Kindern normal spricht, wie wir jetzt miteinander sprechen, dann mögen Kinder das gerne“, sagt der Jurist. Kein moralisch erhobener Zeigefinger, sondern verständliche, humorvolle und herzliche Erzählweise prägen das Werk.

Die eigenen Zeichnungen des Autors sind sehr gelungen und liebenswert, entworfen mit leichter Hand im Stile von Karikaturen. Alexander ist ein netter Kerl mit wild zu Berge stehenden Haaren, der die Menschen neugierig befragt. Besonders hervorzuheben ist der Elefant, der auf den künstlerischen Einfluss von Schirachs Vaters zurückgeht und eine wichtige Rolle im Buch spielt.

Zielgruppe und unterhaltsame Details

Das Buch eignet sich für ältere Kinder ab etwa zehn Jahren zum Selberlesen und für Jüngere zum Vorlesen. Themen wie Fairness oder Gleichberechtigung werden angesprochen, die schon die Kleinsten bewegen. Auch Erwachsene werden unterhalten, nicht zuletzt durch subtile Anspielungen wie im Kapitel über den Schaumschläger, der an US-Präsident Donald Trump erinnert.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Insgesamt ist „Alexander“ ein lesenswertes und wichtiges Buch, das Demokratie und Grundrechte in einer zugänglichen Form vermittelt. Von Schirach gelingt es, komplexe Ideen einfach und klar zu formulieren, ohne in Sprachverdrehungen zu verfallen. Ein Werk, das zum Nachdenken anregt und gleichzeitig unterhält.