Buchbinden-Workshop in Rostock: 550 Jahre Druckgeschichte lebendig erleben
Buchbinden-Workshop: Rostocks Druckgeschichte erleben

Rostock feiert 550 Jahre Buchdruck mit praktischem Workshop

Die Hansestadt Rostock rückt ihre reiche Druckgeschichte in den Mittelpunkt und lädt Interessierte zu einem besonderen Workshop ein. Am Sonntag, dem 19. April 2026, von 14 bis 16 Uhr können Besucher im Kulturhistorischen Museum Rostock die Kunst des Buchbindens erlernen und dabei 550 Jahre Geschichte buchstäblich in die Hand nehmen.

Praktische Einführung in die Buchbindekunst

Der Workshop Buchbinden für Einsteiger richtet sich speziell an Anfänger ab 16 Jahren sowie an Kinder ab zwölf Jahren in Begleitung ihrer Eltern. Die Veranstaltung verbindet eine kurze Einführung in die aktuelle Sonderausstellung Druck. Macht. Bildung mit einem praktischen Teil, bei dem die Teilnehmer selbst kreativ werden können.

Nach einer geführten Einführung erhalten die Besucher Einblicke in die grundlegenden Techniken der Buchbindekunst. Unter fachkundiger Anleitung können sie anschließend eigene einfache Werkstücke herstellen und so die historischen Handwerkstechniken direkt erleben. Die Teilnahme kostet sechs Euro pro Person, eine vorherige Anmeldung per E-Mail unter museumspaedagogik.khm@rostock.de wird empfohlen.

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Ausstellung zeigt Verbindung von Druck und Gesellschaft

Der Workshop begleitet die seit Ende März laufende Sonderausstellung Druck. Macht. Bildung, die bis Ende Juni im Kulturhistorischen Museum zu sehen ist. Museumsleiter Dr. Steffen Stuth erklärt: Die Ausstellung verdeutlicht, wie eng die Entwicklung des Buchdrucks mit Bildung, Religion, Politik und gesellschaftlichem Wandel verbunden ist.

Die Schau spannt einen weiten Bogen von den Anfängen im 15. Jahrhundert, als Rostock zu einem frühen Zentrum des Buchdrucks in Norddeutschland wurde, bis zur Blüte als wichtigster Druckort Mecklenburgs im 16. Jahrhundert. Sie präsentiert mittelalterliche Handschriften, frühe Druckwerkstätten und verfolgt die Pressegeschichte bis in die Gegenwart.

Besonders interessant sind die Einblicke in die Entwicklung von der DDR-Zeit bis zum Neubeginn 1989 sowie die Darstellung, wie digitale Medien und soziale Netzwerke heute die Verbreitung von Wissen verändern. Die Ausstellung zeigt damit die kontinuierliche Transformation der Wissensvermittlung über die Jahrhunderte hinweg.

Historischer Kontext: Michaelisklostertage erinnern an Erstlingswerk

Der Workshop und die Ausstellung stehen im Kontext eines bedeutenden Jubiläums: Vor genau 550 Jahren, am 9. April 1476, wurde das erste Buch in Rostock gedruckt. Dieses historische Ereignis wird vom 23. bis 26. April mit den Michaelisklostertagen gewürdigt, die von der Universitätsbibliothek Rostock und der Evangelisch-methodistischen Kirche veranstaltet werden.

Diese Veranstaltungsreihe erinnert an die Pionierrolle Rostocks in der frühen Druckgeschichte Norddeutschlands und unterstreicht die Bedeutung der Stadt als kulturelles Zentrum der Wissensvermittlung.

Wechselnde Ausstellungen im Kulturhistorischen Museum

Nach dem Ende der Sonderausstellung Druck. Macht. Bildung Ende Juni schließt sich im Kulturhistorischen Museum Rostock der vierte und letzte Teil der Grafik-Ausstellungsserie Rostocks Klassische Moderne: 'Entartete Kunst' aus dem Nachlass des Kunsthändlers Bernhard A. Böhmer an.

Damit werden erstmals alle 581 Grafiken aus diesem bedeutenden Nachlass der Öffentlichkeit präsentiert. Der abschließende Teil zeigt 60 Werke von zwölf Künstlern, darunter Walter Scheiwe und Gustav Wiethüchter, und komplettiert damit die Präsentation der umfangreichen Sammlung.

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