Die künstlerischen Brunnen des Bildhauers Günter Kaden sind ein echter Hingucker im Teterower Stadtbild und der Region. Doch einige von ihnen können ihren Zweck nicht mehr erfüllen. Unbekannte haben den Wassersprudler des kleinen Brunnens in der Sitzecke neben der Teterower Teichmühle verstopft. Dieser Brunnen ist schon lange trocken und wird auch nicht wieder in Betrieb genommen. Andreas Grindel vom Technischen Management der Stadtwerke nennt Hygienevorgaben und wiederholten Vandalismus als Gründe. Vor einer Inbetriebnahme müsste die Wasserleitung gründlich gespült und das Wasser geprüft werden, und regelmäßige Proben wären erforderlich. Nach einer früheren Öffnung hatten Unbekannte Stöckchen in den Wassersprudler gesteckt, das Element verstopft und den Wasserspender einmal sogar abgerissen.
Weitere trockene Brunnen in Malchin
Das Teterower Wasserspiel ist nicht das einzige, das seinen Dienst versagt hat. Auch in Malchin, wo Kaden den Marcus-Brunnen und den Brunnen vor dem Kulturhaus gestaltete, fließt schon längere Zeit kein Wasser mehr. Die Kolben am Marcus-Brunnen, die an den Erfinder Siegfried Marcus erinnern sollen, bewegen sich ebenfalls nicht. Fördermittel, mit denen die Stadt die Anlagen reaktivieren wollte, wurden nicht bewilligt.
Kunstwerke entdecken beim „Frühlingsspaziergang“
Zumindest theoretisch können Besucher die Brunnen als Kunstwerke entdecken – beim „Frühlingsspaziergang“ in der Galerie Teterow. Der 84-jährige Wendischhagener präsentiert dort Teile seiner in den vergangenen Jahrzehnten entstandenen Skulpturen im öffentlichen Raum mittels Plakaten. Darunter finden sich auch der Teterower und der Malchiner Brunnen. Insgesamt sind es über 61 Arbeiten. In Teterow sind unter anderem ein Auerhahn am Giebel der Auerhahn-Apotheke und am Mühlenteich die Figur „Der Kritiker“ zu sehen.
Kaden und Naumann: Eine künstlerische Partnerschaft
Günter Kaden bestückt die Ausstellung zudem mit seinen augenzwinkernden kleinen Bronzen. Der gelernte Steinmetz hat an der Hochschule für industrielle Formgestaltung in Halle Burg Giebichenstein studiert. Studienreisen führten ihn durch ganz Europa bis Israel. In der Galerie steht auch ein Elefant aus dem Material Glasfiber, der einst für ein früheres Porzellangeschäft in Neubrandenburg gedacht war. Gezeigt werden auch feingliedrige Illustrationen mit märchenhaften Motiven und Aquarelle von Günter Kadens Lebenspartnerin Sabine Naumann, darunter das über einen Meter lange Werk „Fantasiereise“ für die Kinderstation im KMG Klinikum Waren. Das Bild enthält optische Täuschungen, ein Labyrinth als Symbol für den Lebensweg sowie den Lebensbaum. Naumann beschreibt den Ausstellungstitel als Ausdruck von Zuversicht, Aufbruch und Lebensfreude. Sie hat an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig studiert und kann auf zahlreiche Ausstellungen europaweit bis in die USA verweisen. Am Dienstag, 12. Mai, feiert Sabine Naumann ihren 66. Geburtstag.
Die Ausstellung „Frühlingsspaziergang“ ist noch bis Pfingsten zu sehen.



