Clueso veröffentlicht „Deja Vu 1/2“: Ein Album auf der Suche nach Authentizität
Clueso: Neues Album „Deja Vu 1/2“ sucht das Echte

Cluesos zehntes Werk: Eine Rückkehr zum Wesentlichen

Mehr als vier Jahre mussten die Fans des Sängers und Songwriters Clueso auf neues Material warten. Nun ist es endlich soweit: Mit „Deja Vu 1/2“ legt der Künstler, bürgerlich Thomas Hübner, sein zehntes Studioalbum vor. Der Eröffnungssong „Gib mir was Echtes“ setzt dabei das Programm – es geht um echte Momente, echte Verbindungen und das, was in einer schnelllebigen, digitalisierten Welt Bestand hat.

Die Suche nach verschütteten Bildern

„Wenn wir in uns gehen, uns Zeit nehmen, dann finden wir Bilder, die verschüttet sind zwischen all den digitalen“, erklärt Clueso im Gespräch. Der Musiker, der seit über zwei Jahrzehnten eine feste Größe in der deutschen Musiklandschaft ist, betont die Bedeutung der kleinen Dinge, die im Alltagstrubel oft übersehen werden. Sein letztes Album mit dem schlichten Titel „Album“ erschien 2021. In der Zwischenzeit blieb Clueso präsent – mit ausverkauften Konzerten, einer Jury-Tätigkeit bei „The Voice Kids“ und der Teilnahme an „Sing meinen Song“.

Waldbühnen-Konzert als Wendepunkt

Das neue Werk markiert das Ende eines intensiven Findungsprozesses. „Es kommen manchmal so Ängste, dass man denkt, man wird überrannt, überholt“, gesteht der Künstler. Ein Schlüsselerlebnis war dabei sein lang ersehntes Konzert auf der Berliner Waldbühne im Sommer 2024. Vor 22.000 Menschen erkannte er: „Das waren 22.000 Leute, die gekommen sind, ohne, dass ich ein Album hatte. Sie waren da wegen alten Bildern, die ich gemalt hatte.“ Diese Erfahrung bestärkte ihn darin, einfach seine eigenen Bilder zu malen – ohne Rücksicht auf kommerzielle Erwartungen.

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Von der Geltungssucht zur künstlerischen Reife

Clueso reflektiert seine Entwicklung: „Früher wollte ich einfach gesehen werden, ich wollte raus, ich wollte mitspielen in dem Business.“ Heute, mit 45 Jahren, habe er eine andere Perspektive. „Ich bin super bekannt für das, was ich mache und gemacht habe.“ Das Album „Deja Vu 1/2“ ist über weite Strecken leise und verlangt bewusste Zuhörerschaft. „Ich hätte auch einfach 15 Radiohits schreiben können“, so Clueso, „aber das war gerade absolut nicht mein Flavour.“

„Einfach Clueso-Musik“ – ein in sich geschlossenes Kunstwerk

Für den Künstler ist dies wieder ein richtiges Album, keine bloße Sammlung von Songs, sondern ein eigenständiges Kunstwerk. Wer Cluesos Karriere verfolgt, wird Anklänge an frühere Werke des Erfurters erkennen. „Ich hab' einfach Clueso-Musik gemacht“, bringt er es auf den Punkt. Ein zweiter Teil von „Deja Vu“ ist bereits in Planung – mit etwa 30 Skizzen und möglichen Features. Zunächst steht jedoch im März die größte Tour seiner Karriere an.

Gelassenheit und Heimatgefühl

Clueso lebt weiterhin in Erfurt, fühlt sich aber nicht festgelegt. „Ich bin sehr sehr gerne zu Hause, wenn ich da bin, aber ich bin's nie“, lacht er. Wichtig seien ihm lichte Räume – ob in Hamburg oder Erfurt. Auch mit dem Älterwerden geht er entspannt um. „Ich fühl' mich wahnsinnig fresh“, betont er, auch wenn ihm im Internet schon müde Blicke attestiert werden.

Musik als Raum für Menschlichkeit

Politische Kommentare sucht man auf dem Album vergebens. In „Plattenladen“ singt Clueso zwar „Draußen zerbreche gerade alles“, belässt es aber bei diesem leisen Hinweis. „Alle stehen unter dem Druck, eine Meinung haben zu müssen“, erklärt er. „Ich möchte eher, dass die Leute sich auf sich besinnen und dann auf die Idee kommen, menschlich zu agieren.“ Sein Anliegen ist es, Freiräume in sich selbst zu schaffen – ein Anspruch, den „Deja Vu 1/2“ auf eindrucksvolle Weise einlöst.

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