Der kanadische Rapper Drake hat überraschend gleich drei neue Alben auf einmal veröffentlicht. Neben dem lange erwarteten Album „Iceman“ erschienen auch die Platten „Habibti“ und „Maid Of Honour“ mit insgesamt 43 Songs. Auf den Alben verarbeitet der Musiker unter anderem seinen anhaltenden Streit mit Rap-Star Kendrick Lamar.
Drake greift Kendrick Lamar an
Lamar hatte mit seinem Diss-Track „Not Like Us“ mehrere Grammys gewonnen und Drakes Image stark beschädigt. In seinen neuen Songs greift Drake den Konflikt nun mehrfach auf. Der Rapper wirft Lamar offenbar vor, seine Herkunft aus Compton in Los Angeles für öffentlichkeitswirksame Wohltätigkeit zu nutzen, während Lamar selbst längst ein Promi-Leben anderswo führe. Dies berichtete unter anderem die BBC. Andere Zeilen richten sich gegen Lamars Erfolgszahlen. So deutet Drake dem Musikmagazin „Rolling Stone“ zufolge an, die Streamingzahlen des Rappers seien künstlich aufgebläht worden.
Weitere Angriffe auf LeBron James und Jay-Z
Drake disst aber wohl auch noch andere Prominente. Laut ESPN zielt Drake in dem Song „Make Them Remember“ auf Basketballstar LeBron James, der während des Rap-Streits ein Konzert von Lamar besucht hatte. Das Hip-Hop-Medium „Hot97“ deutete mehrere Zeilen zudem als Angriffe auf Jay-Z und dessen Rolle als einflussreiche Figur der Rap-Branche.
Persönliche Töne und Kritik an der Albumfülle
Persönlich wird Drake besonders im Eröffnungssong von „Iceman“. Darin rappt er über seinen Vater Dennis Graham, der an Krebs erkrankt ist, sowie über mentale Belastung, Druck rund um die neuen Tracks, die Folgen des Lamar-Streits, das Älterwerden und seine Rolle in der Familie. „The Independent“ nannte den Song eine seltene Bruchstelle in Drakes „diamantenbesetzter Rüstung“, kritisierte die drei Alben aber zugleich als aufgebläht und unausgeglichen.
Auch andere erste Reaktionen fielen gemischt aus. Der Umfang von 43 Songs sei „exzessiv“, zitierte die BBC die Musikjournalistin Mary Mandefield. Quantität führe nicht immer zu Qualität, heißt es in mehreren Medienberichten.
Aufwendige PR-Aktion in Toronto
Für Aufmerksamkeit hatte Drake schon vorab mit einer aufwendigen PR-Aktion in Toronto gesorgt. In der Innenstadt ließ er eine fast acht Meter hohe Eis-Installation aufbauen, in der das Veröffentlichungsdatum für „Iceman“ versteckt war. Fans bearbeiteten den Eisblock mit Spitzhacken, Hämmern und Brenngeräten, bis schließlich Polizei und Feuerwehr einschritten. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand.



