Musikmarkt wächst weiter: Vinyl-Boom hält an, Streaming dominiert mit über 85 Prozent
Musikmarkt wächst: Vinyl-Boom hält, Streaming dominiert

Deutscher Musikmarkt verzeichnet weiteres Umsatzwachstum

Das Geschäft mit Musik in Deutschland hat im Jahr 2025 erneut zugelegt, wenn auch mit einem geringeren Wachstum als im Vorjahr. Insgesamt wurden Musikprodukte im Wert von 2,42 Milliarden Euro verkauft, was einem Anstieg von 2,3 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Diese Zahlen veröffentlichte der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) in Berlin. Im Vergleich zum Vorjahr, als noch ein Zuwachs von 7,8 Prozent gemeldet wurde, zeigt sich eine deutliche Verlangsamung des Wachstums.

Physische Tonträger verlieren weiter an Bedeutung

Klassische physische Tonträger wie CDs und Schallplatten haben weiter an Bedeutung verloren. Der Umsatz mit diesen Produkten sank 2025 um 5,9 Prozent auf nur noch 345 Millionen Euro. Einzige Ausnahme bildet die Vinylschallplatte, die ihren Retrotrend fortsetzt und mit einem Umsatzplus von 2,8 Prozent erneut zulegte. Diese Entwicklung zeigt, dass trotz des digitalen Wandels bestimmte analoge Formate ihre Nische behaupten können.

Streaming dominiert den Musikmarkt mit überwältigendem Anteil

Der digitale Musikverkauf hält mit einem Marktanteil von 85,8 Prozent die klare Vorherrschaft im Markt. Das Umsatzvolumen in diesem Segment überstieg die Zwei-Milliarden-Euro-Marke, wobei der Großteil auf Streaming-Dienste entfällt. Diese Entwicklung unterstreicht den fundamentalen Wandel der Musikindustrie hin zu digitalen Vertriebswegen.

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Herausforderungen durch künstliche Intelligenz

Der BVMI-Vorstandsvorsitzende Florian Drücke betonte in einer Mitteilung die Bedeutung eines starken Urheberrechts angesichts der zunehmenden Durchdringung aller Branchensegmente durch künstliche Intelligenz. „Angesichts der zunehmenden KI-Durchdringung aller Branchensegmente gilt unser Interesse in besonderem Maß dem Ausbau des digitalen Lizenzgeschäfts, basierend auf einem starken Urheberrecht, das nicht verwässert werden darf“, erklärte Drücke.

Aus Branchensicht rückt KI zunehmend als Konkurrent ins Blickfeld. In einer Zeit, in der musikalischer Spitzensport auf Breitensport und nun auch vermehrt auf KI-generierte Inhalte trifft, nimmt der Wettbewerb um Aufmerksamkeit stetig zu. Der Verband betont die Notwendigkeit, die tiefgreifenden Veränderungen des Musicbusiness intensiver zu erklären und zu kommunizieren.

Die Musikindustrie steht somit vor der doppelten Herausforderung, einerseits die digitale Transformation zu meistern und andererseits die rechtlichen Rahmenbedingungen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz zu sichern. Während Streaming unangefochten dominiert, zeigt der anhaltende Vinyl-Boom, dass auch traditionelle Formate ihren Platz im modernen Musikmarkt behaupten können.

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