Rena Bilsbury: Eine Sängerin mit bewegter Vergangenheit und viel Lebensfreude
Die 76-jährige Sängerin Rena Bilsbury hat in ihrer langen Karriere mit zahlreichen Größen der Musikszene zusammengearbeitet und steht auch heute noch gelegentlich auf der Bühne. Im exklusiven Interview mit der AZ spricht sie über ihre bewegte Vergangenheit, Münchner Freundschaften und ihr Leben als Single im besten Alter.
Ein entspanntes Leben in der Nähe von Starnberg
Was macht Rena Bilsbury heute? Die Sängerin genießt ihr Leben in vollen Zügen. „Lange schlafen, das gönne ich mir inzwischen!“, verrät sie. Bei schönem Wetter unternimmt sie Ausflüge mit ihrem alten Cabrio und arbeitet im Garten ihres Hauses in der Nähe von Starnberg. „Gerade jetzt, wo der Frühling beginnt, macht mir das unheimlich viel Spaß.“ Auch wenn sie sich jung fühlt, muss sie sich auf die nachlassende Energie einstellen. Tägliches Laufen und Fitnesstraining gehören aufgrund ihrer beiden neuen Hüften zum Programm. Während früher Disziplin an oberster Stelle stand, lässt sie heute Dinge auch mal schleifen und macht privat nur noch, worauf sie Lust hat.
Karriere-Highlights mit internationalen Stars
Seit Anfang der 1970er Jahre war Rena Bilsbury in diversen Bands aktiv. Sie gehörte zu den Les Humphries Singers, bekannt für Evergreens wie „Mexiko“, „Mama Loo“ oder „Kansas City“. „Das war ein wilder, bunt gemischter Haufen damals, auch mit Jürgen Drews oder Emily Woods.“ Entdeckt wurde sie von Szenewirt Jörg Schwägerl in der Münchner Edeldisco Tegü, als sie „The Locomotion“ trällerte.
Darüber hinaus hatte sie Studiojobs als Backgroundsängerin mit Donna Summer und trat bei unzähligen Live- und TV-Shows in Europa auf. Das absolute Highlight war jedoch ihre Zeit im Chor von Albert Hammond. „Drei Jahre lang waren wir unterwegs, großartige Shows in größeren Hallen, von Berlin über Dublin bis London. Darauf bin ich schon ein bisschen stolz.“ Hammond ist ein Weltstar mit mehr als 360 Millionen verkauften Tonträgern und komponierte Hits wie „One Moment in Time“ für Whitney Houston.
Freigeist mit kreativer Ader und starken Freundschaften
„Ich bin ein Freigeist und eine Frohnatur, lasse mir nichts vorschreiben oder verbieten.“ Humor hält sie jung, und in Berlin lacht sie ohne Ende. Kreativität ist ihr wichtig – vor Kurzem hat sie wieder mit dem Malen begonnen. Allerdings geht sie nicht gerne alleine aus. „So bin ich froh um meine Münchner Freunde, mit denen ich ab und zu zum Essen oder ins Theater gehe.“ Zu ihren langjährigen Freundschaften zählen die Schauspielerinnen Marianne Sägebrecht und Mona Freiberg sowie die Kabarettistin Lisa Fitz. Reisen gehört zu ihren großen Leidenschaften.
Die große Liebe und das Familienleben
Ihr 2003 verstorbener Mann Jimmy Bilsbury war ihre große Liebe. Er war Leadsänger und Komponist bei den Les Humphries Singers, „ein grundgütiger Mensch, der leider oftmals ausgenutzt wurde.“ Nach der Hochzeit 1976 lebten sie 14 Jahre in Großbritannien, erst in Nordwales, dann in London. Dort wurde ihr Sohn Kristian geboren, der heute mit seiner Familie im Allgäu lebt. „Die Enkel, vier und knapp eineinhalb Jahre alt, halten mich auch jung und auf Trab.“ Sie nennen sie Oma Nate – eigentlich heißt sie Renate Stumpf, was ihr früher den Spitznamen „Schlumpfy“ einbrachte. Pseudonyme wie Patty Anderson probierte sie aus, seit 25 Jahren hat sich „Rena“ durchgesetzt. „Ich habe mich gefunden und genieße mein Leben als Single im besten Alter.“



