Vineta-Festspiele auf Usedom: Hype um das Theaterspektakel hält an
Vineta-Festspiele: Hype auf Usedom hält an

Seit mehr als 1000 Jahren bekannt, seit 500 Jahren in aller Munde und seit über 25 Jahren auf der Bühne: Die Vineta-Festspiele auf Usedom sind ein kulturelles Highlight. Im Sommer 2023 läuft das Stück „Vineta – Das Geheimnis der Unterstadt“ auf der Ostseebühne. Begleitet wird das Theaterspektakel von einer Ausstellung in Zinnowitz.

Die Geschichte der Vineta-Festspiele

Der langjährige Intendant des Anklamer Theaters, Dr. Wolfgang Bordel (1951–2022), erfand Mitte der 1990er-Jahre die Vineta-Festspiele. Die meisten Stücke stammen aus seiner Feder. Seit 1997 ziehen die Festspiele in Zinnowitz jährlich tausende Besucher an – insgesamt über 300.000 in 27 Jahren.

Eine Ausstellung im Haus des Gastes in Zinnowitz widmet sich nun der Geschichte der Festspiele. Sie spannt einen Bogen vom Gründer Bordel zu den heutigen Machern Anna Engel und Andreas Flick. In Wort und Bild werden Geschichten der ersten Jahre erzählt, Statistiken präsentiert und Kuriositäten gezeigt. Besonders beeindruckend sind großformatige Fotos vergangener Inszenierungen.

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Das Rätsel um den Namen Vineta

Die Ausstellung beleuchtet auch die Herkunft des Namens Vineta. Sprachwissenschaftler kamen 2012 auf einem Kongress in Stockholm zu dem Schluss, dass Vineta ein Abschreibfehler von Kopisten sei. Erstmals taucht der Name 1168 in einer Chronik Pommerns auf. Im 19. Jahrhundert wurde Vineta ein weiblicher Vorname, der sich besonders in Indien, Pakistan, Bangladesch und Lettland verbreitete – ein bislang ungelöstes Rätsel.

Historische Kuriositäten

Die Ausstellung dokumentiert auch das „Vineta-Provisorium“: eine Aushilfsbriefmarke von 1901 auf dem Kreuzer „Vineta“. Da die 3-Pfennig-Marken ausgingen, halbierte der Zahlmeister die 5-Pfennig-Marke – mit Absprache des Kapitäns, aber ohne Genehmigung des Reichspostamts. Das brachte Ärger, macht solche Briefmarken heute aber wertvoll.

Die Ausstellung „Hype Vineta“ ist im Haus des Gastes Zinnowitz (1. Etage) bis 18. August zu sehen. Auf dem Festspielgelände wird ein Teil der Schau bis 26. August vor den Vorstellungen und in den Pausen gezeigt.

Das neue Stück: „Vineta – Das Geheimnis der Unterstadt“

Nach dem Ende von Mornas Schreckensherrschaft scheint sich in Vineta alles zum Guten zu wenden. Prinzessin Nayra hat sich für die Liebe und Vineta entschieden und regiert an der Seite von König Nungur. Auch ihre Schwester Nura ist geblieben. Zur Krönung werden die Tore geöffnet – doch der Schein trügt. In der Unterstadt, wo Kapitän Nadador das Sagen hat, kommt es zu Unruhen. Die Bewohner müssen sich an Regeln halten, und in der Taverne „Zum Schwarzen Plötz“ treffen sich die verlorenen Seelen.

Der ehemalige Hohepriester Orm handelt mit Antiquitäten und lässt Reliquien der verstorbenen Morna nachbauen. Während der Vorbereitungen zur Krönung verschwindet die Krone der neuen Königin spurlos. Ingolmo, die Hofnarren Gelldil und Gelldel sowie Nura suchen nach dem Relikt. Auch Mornas Stab, der ausgestellt werden soll, verschwindet. Nura und ihre Freunde aus der Unterstadt treiben Schabernack, der sie in Gefahr bringt. In der Unterstadt vereint jemand die verlorenen Seelen gegen Kapitän Nadador. Die Krönung droht zur Katastrophe zu führen – ein Kampf auf Leben und Tod entbrennt.

Die Vineta-Festspiele laufen vom 24. Juni bis 26. August immer mittwochs, donnerstags und samstags um 19:30 Uhr auf der Ostseebühne in Zinnowitz.

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