Gastspiel in Schwedt: „Der Untertan spricht“ enthüllt Machtmechanismen
Gastspiel „Der Untertan spricht“ in Schwedt enthüllt Macht

Gastspiel in Schwedt: „Der Untertan spricht“ enthüllt Machtmechanismen

Schwarzer Humor als Strategie des Widerstands und Lachen als lebenswichtiges Mittel gegen eindimensionales Denken – das verspricht ein besonderer Theaterabend an den Uckermärkischen Bühnen in Schwedt. Am kommenden Freitag gastiert die Regisseurin und Autorin Ines Burdow mit ihrem Schauspiel „Der Untertan spricht“, das eine tiefgründige Auseinandersetzung mit den Mechanismen der Macht und menschlichen Schwächen bietet.

Kritische Reflexion von Nationalismus und Konformismus

Laut einer Theatersprecherin handelt es sich bei dem Stück um eine scharfsinnige kritische Auseinandersetzung mit Nationalismus und Konformismus, die sowohl Vergangenheit als auch Gegenwart beleuchtet. Ausgangspunkt ist der berühmte Roman „Der Untertan“ von Heinrich Mann, der 1914 fertiggestellt wurde, aber erst 1918 in Buchform erschien. Dieses Werk gilt als ein präzises Sittenporträt des wilhelminischen Kaiserreichs am Vorabend des Ersten Weltkrieges.

Mit beißendem Witz erzählt Mann darin die Lebensgeschichte des fiktiven Opportunisten, Mitläufers und Karrieristen Diederich Heßling. Dieser Charakter verkörpert die Haltung eines Menschen, der sagt: „Meine Pflicht, nein Bestimmung ist es, ein Knöpfchen zu sein. Ein Knopf an der großen Hose des Vaterlandes.“

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Diederich Heßling wird zum Sprecher

Ines Burdow hat sich diesen Diederich Heßling aus dem Roman genommen und die Hauptfigur gelöst, um sie neu zum Leben zu erwecken. Sie lässt ihn in ihrem Stück sprechen – mit sich selbst, dem Kaiser, Gott und der Welt. Dabei erinnert er sich an seinen steilen Aufstieg: Von einer beschaulichen Kleinstadt schafft er es in die nahegelegene Hauptstadt Berlin.

Dort lernt er in der Burschenschaft, worauf es im Leben ankommt:

  • Buckeln vor Vorgesetzten
  • Treten nach unten
  • Unerschütterliche Kaisertreue
  • Bewunderung für das Militär

Obwohl er gerne zum Militär gehen würde, hindert ihn ein schmerzender Fuß daran. Zurück in der fiktiven Kleinstadt S. übernimmt er zunächst die Knopffabrik seines Vaters und dann, mit einer Mischung aus Verleumdung, Schmeichelei und Erpressung, die gesamte Stadt.

Ines Burdow: Eine erfahrene Theatermacherin

Die vielseitige Schauspielerin, Regisseurin und Autorin Ines Burdow ist seit 2018 im Leitungsteam der Anderen Welt Bühne in Straußberg tätig. Zuvor war sie an renommierten Bühnen engagiert, darunter:

  1. Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin
  2. Volksbühne Berlin
  3. Berliner Ensemble
  4. Weitere bedeutende Theaterhäuser

Ihre langjährige Erfahrung und künstlerische Vision bringen eine besondere Tiefe in die Inszenierung von „Der Untertan spricht“.

Praktische Informationen für Besucher

Für alle, die diesen theaterischen Blick ins Kaiserreich nicht verpassen möchten, gibt es Tickets im Onlineshop der Uckermärkischen Bühnen und direkt an der Theaterkasse. Das Schauspiel wird am Freitag, dem 13. Februar, um 19.30 Uhr aufgeführt. Ein Abend, der nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken über aktuelle gesellschaftliche Strukturen anregt.

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