Gestürzter Syrien-Diktator: Das Leben von Baschar al-Assad im Moskauer Exil
Als islamistische Kämpfer am 8. Dezember 2024 die syrische Hauptstadt Damaskus erreichten, war der langjährige Diktator Baschar al-Assad bereits geflohen. Der 60-Jährige rettete damit zwar sein eigenes Leben und das seiner Familie, doch seine über zwei Jahrzehnte errichtete Schreckensherrschaft brach innerhalb weniger Tage zusammen. Heute lebt der gestürzte Machthaber im Exil in Moskau, wo zahlreiche Gerüchte über seinen Alltag kursieren.
Flucht nach Moskau und abgekühlte Beziehungen zum Kreml
Assad konnte Ende 2024 gerade noch rechtzeitig in die russische Hauptstadt flüchten, bevor Truppen des heutigen Machthabers Ahmed al-Scharaa den Präsidentenpalast stürmten. Moskau war während des syrischen Bürgerkriegs ab 2011 der wichtigste Verbündete des alten Regimes gewesen. Wladimir Putin hatte Bomben geschickt, um Assad an der Macht zu halten. Doch nach dessen Sturz kühlte das Verhältnis deutlich ab. Der Kreml nannte den einstigen Verbündeten plötzlich „unfähig“ und baute stattdessen Beziehungen zum neuen starken Mann in Syrien auf.
Zweimal kam es bereits zu ungewöhnlichen Begegnungen: Als al-Scharaa den Kreml besuchte, hielten sich beide Erzfeinde räumlich ganz nah in Moskau auf. Diese Entwicklung stellt für Assad einen weiteren Stich ins Herz dar.
Grausame Herrschaft und Millionen Flüchtlinge
Baschar al-Assad inszenierte sich in der Propaganda als liebender Familienvater und moderner Staatsmann, der angeblich die einzige Bastion gegen Islamisten darstellte. In Wirklichkeit war er einer der grausamsten Diktatoren, die der Nahe Osten je gesehen hat. Er etablierte ein unmenschliches System der Überwachung, ließ hunderttausende Landsleute unterdrücken, foltern und ermorden.
Im Bürgerkrieg setzte Assad Giftgas ein und ließ mithilfe russischer Bomben auf Zivilisten fallen. Seine brutale Kriegsführung zwang Millionen Syrer zur Flucht aus ihrem Heimatland. 2024 brach dann die russische Hilfe weg, als Moskau sich auf den Krieg in der Ukraine konzentrierte und Assad bei der Überraschungsoffensive der HTS-Truppen nicht mehr retten konnte oder wollte.
Gerüchte über das Leben im Exil
Kreml-nahe Nachrichtenagenturen meldeten zunächst, dass sich der gestürzte Diktator in einem Luxus-Apartment in Moskau aufhalte. Seitdem kursieren zahlreiche Gerüchte über sein Leben als Diktator im Ruhestand:
- Schon kurz nach der Ankunft im Exil hieß es, dass Ehefrau Asma die Scheidung plane
- Nach Informationen aus Assads Umfeld verbringt der Ex-Diktator mittlerweile ganze Tage vor dem Computer und „zockt“ Videospiele
- Parallel sollen Syrien und Russland über eine eher unwahrscheinliche Auslieferung Assads verhandelt haben
- Ein gelangweilter Baschar al-Assad soll darüber nachdenken, in seinen alten Beruf als Augenarzt zurückzukehren
Während der ehemalige Terrorist al-Scharaa mittlerweile auch im Westen ein akzeptierter Gesprächspartner ist, macht Assad weiterhin Negativschlagzeilen. Sein Alltag scheint von Langeweile und Isolation geprägt zu sein, weit entfernt von der Macht, die er über zwei Jahrzehnte brutal ausübte.



