Neuer oberster Führer Irans: Modschtaba Chamenei folgt auf seinen Vater
Nach dem Tod des obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei bei einem israelischen Luftangriff am 28. Februar hat das zuständige Gremium nun dessen Sohn Modschtaba Chamenei zum Nachfolger berufen. Der 56-Jährige übernimmt damit die oberste geistliche Autorität und die Rolle des Staatsoberhaupts in der Islamischen Republik Iran. Die Entscheidung wurde erst nach Mitternacht Ortszeit verkündet, nach einem Tag, der mit der Bombardierung eines Öllagers in Teheran begonnen hatte.
Eskalation der Gewalt: Angriffe auf zivile Ziele im Nahen Osten
Die Ernennung erfolgt vor dem Hintergrund einer dramatischen Eskalation des Iran-Kriegs. Dichte Rauchschwaden bedeckten den Himmel über Teheran nach dem Angriff auf ein Öllager, der einen gewaltigen Feuerball verursachte. Die iranische Nachrichtenagentur Isna warnte Bewohner in der Nähe des Depots, bei Regen ihre Häuser nicht zu verlassen und Atemschutzmasken zu tragen.
Der Iran antwortet auf die amerikanisch-israelischen Militärschläge mit eigenen Angriffen. In Israel wurden am Sonntag neue Raketenangriffe gemeldet, während in Kuwait das Gebäude der Behörde für Sozialversicherungen bei einem mutmaßlich iranischen Angriff getroffen wurde. Erstmals seit Kriegsbeginn kam es in Saudi-Arabien zu Todesfällen, als ein Geschoss in ein Wohngebäude im Gouvernement al-Chardsch einschlug.
Kritische Infrastruktur im Fokus: Angriffe auf Entsalzungsanlagen
Besonders besorgniserregend sind Angriffe auf zivile Infrastruktur. In Bahrain wurde eine wichtige Anlage für die Aufbereitung von Trinkwasser getroffen. Das Innenministerium des Landes sprach von "iranischer Aggression, die sich willkürlich gegen zivile Ziele" richte. Die Golfstaaten sind für ihre Wasserversorgung stark auf Entsalzungsanlagen angewiesen, die etwa 40 Prozent des weltweit entsalzten Wassers produzieren.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi warf den USA vor, eine Entsalzungsanlage auf der Insel Qeschm angegriffen zu haben. Diese Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.
Internationale Reaktionen: Drohungen und Evakuierungen
US-Präsident Donald Trump hatte bereits deutlich gemacht, dass er den Chamenei-Sohn als neues staatliches Oberhaupt ablehnt. Das israelische Militär drohte, dass auch der Nachfolger nicht sicher sei: "Die Hand des Staates Israel wird weiterhin jeden Nachfolger verfolgen", hieß es in einem Post auf Farsi auf der Plattform X.
Angesichts der schweren Angriffe brachte die Bundesregierung das Personal der deutschen Botschaft in Teheran vorübergehend im Ausland in Sicherheit. Die Erreichbarkeit der Botschaft sei aber gewährleistet, teilte das Auswärtige Amt mit. In Deutschland demonstrierten in mehreren Städten Menschen für die Freiheit des Irans.
Militärische Entwicklungen: Bodenoffensive im Libanon
Israel führte neben Angriffen auf den Iran weitere Attacken auf die Hisbollah im Libanon durch. In Beirut seien Kommandeure der Al-Kuds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden das Ziel gewesen. Nach libanesischen Angaben griff die israelische Armee ein Zimmer eines Luxushotels an und traf südlich des Litani-Flusses ein Wohngebäude, wobei mindestens 15 Menschen ums Leben kamen.
Die Armee begründete die Angriffe mit terroristischen Aktivitäten der Hisbollah und kündigte eine begrenzte Bodenoffensive an, um eine Sicherheitszone entlang der Grenze einzurichten. Anwohner wurden aufgerufen, sich nördlich des Litani-Flusses in Sicherheit zu begeben.
USA verstärken Angriffe: Trump ehrt gefallene Soldaten
Trump und US-Finanzminister Scott Bessent hatten am Wochenende schwerste Angriffe auf den Iran angekündigt. Die "New York Times" berichtete, die Angriffe auf das Korps der iranischen Revolutionsgarden, Flugabwehrsysteme sowie Raketen seien verstärkt worden. Das US-Regionalkommando für den Nahen Osten rief Zivilisten im Iran dazu auf, zu Hause zu bleiben.
Trump nahm am Samstag an der Überführung der sechs im Iran-Krieg getöteten US-Soldaten teil und reiste dafür zum Luftwaffenstützpunkt Dover in Delaware. Die Soldaten waren nach US-Angaben in den ersten Kriegstagen bei einem Drohnenangriff in Kuwait getötet worden.



