USA und Iran: Eskalation gefährdet Waffenruhe in der Straße von Hormus
Eskalation zwischen USA und Iran gefährdet Waffenruhe

Gefährdete Waffenruhe: USA und Iran auf Eskalationskurs

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran nehmen wieder zu. Die USA wollen die vom Iran blockierte Straße von Hormus für den Schiffsverkehr freimachen. Der Iran reagierte mit Beschuss von Ölanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Die Waffenruhe, die vor knapp vier Wochen unter Vermittlung Pakistans vereinbart wurde, steht damit auf dem Spiel.

USA starten „Projekt Freiheit“

US-Präsident Donald Trump verkündete am Sonntag den Start einer Initiative mit dem Titel „Projekt Freiheit“, um Schiffen freie Fahrt zu gewähren, die wegen der Blockade der Straße von Hormus feststecken. Laut dem zuständigen US-Regionalkommando (Centcom) fuhren am Montag Zerstörer durch die Meerenge in den Persischen Golf ein. Zwei Handelsschiffe unter US-Flagge konnten das Seegebiet verlassen. Im Zuge der Aktion will das US-Militär mindestens sechs Schnellboote der iranischen Revolutionsgarden zerstört haben.

Iran greift Hafen in den VAE an

Die iranischen Revolutionsgarden feuerten mehrere Raketen als Warnung in Richtung von US-Kriegsschiffen ab. Darüber hinaus griff der Iran Ölanlagen im Hafen von Fudschaira in den VAE an, die in Brand gerieten. Fudschaira ist für die VAE von strategischer Bedeutung: Von diesem Hafen aus kann das Land sein Öl exportieren, ohne dass Tanker die Straße von Hormus durchqueren müssen. Es waren die ersten iranischen Angriffe auf den Golfstaat seit Beginn der Waffenruhe.

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Trump droht mit Vernichtung

Trump drohte dem Iran für den Fall von Angriffen auf US-Schiffe mit Vernichtung. Der Iran werde „von der Erde gefegt“, sollte er Schiffe angreifen, die im Rahmen der neuen US-Initiative zur Öffnung der Straße von Hormus im Einsatz seien, zitierte ihn der Sender Fox News. Auf die Frage, ob die Waffenruhe mit Teheran vorbei sei, antwortete Trump ausweichend: „Nun, das kann ich Ihnen nicht sagen.“

Irans Außenminister warnt

Irans Außenminister Abbas Araghtschi warnte die USA vor einer Fortsetzung ihrer Initiative. Er schrieb auf der Plattform X: „Projekt Freiheit ist Projekt Sackgasse.“ Die Ereignisse in der Straße von Hormus machten deutlich, dass es keine militärische Lösung für eine politische Krise gebe. Araghtschi behauptete weiter, die Verhandlungen für ein Ende des Kriegs machten Fortschritte dank des Einsatzes Pakistans, das als Vermittler agiert. Die USA sollten darauf achten, sich nicht von böswilligen Kräften wieder in einen Sumpf hineinziehen zu lassen.

Arabische Staaten verurteilen Angriffe

Arabische Staaten wie Jordanien, Bahrain und Ägypten verurteilten die erneuten Angriffe Irans auf die VAE. Auch die Golfstaaten Kuwait und Katar zeigten sich solidarisch mit den VAE. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman verurteilte die Angriffe als ungerechtfertigt. Der ehemalige israelische Ministerpräsident Naftali Bennett stufte die Angriffe als Kriegserklärung ein. Die VAE behalten sich das Recht auf eine Reaktion vor und betonten, sie würden ihre Sicherheit und Souveränität schützen.

Merz fordert Rückkehr an den Verhandlungstisch

Angesichts der Eskalation forderte Bundeskanzler Friedrich Merz die Staatsführung in Teheran auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Islamische Republik müsse aufhören, die Region und die Welt zur Geisel zu nehmen, schrieb der CDU-Chef auf X. „Die Blockade der Straße von Hormus muss enden. Teheran darf keine Nuklearwaffe bauen. Es darf keine weiteren Drohungen und Angriffe gegen unsere Partner geben.“

Die Öffnung der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge ist neben dem iranischen Atomprogramm einer der Knackpunkte in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur Beilegung des Konflikts. Die Gespräche zwischen den Konfliktparteien haben bisher keine Ergebnisse gebracht.

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