Vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika bemüht sich der Weltverband FIFA um eine Klärung der Situation mit dem iranischen Fußballverband. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag berichtete, hat die FIFA den iranischen Verband zu einem Treffen in ihren Hauptsitz nach Zürich eingeladen. Dieses soll bis zum 20. Mai stattfinden. Der Wunsch nach einem solchen Austausch war zuvor von Irans Verbandspräsident Mehdi Taj geäußert worden, der laut lokalen Medien „zahlreiche Themen“ besprechen wollte.
Zweifel an Teilnahme des Iran
Aufgrund des anhaltenden Nahost-Konflikts gab es wiederholt Spekulationen über eine mögliche Absage des Iran an der Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada, die vom 11. Juni bis 19. Juli stattfindet. Diese Zweifel wurden noch verstärkt, nachdem die iranische Delegation ihre Teilnahme am Kongress des Weltverbandes kurzfristig abgesagt hatte. FIFA-Präsident Gianni Infantino stellte jedoch in Vancouver klar, dass der Iran „selbstverständlich“ an der WM teilnehmen werde.
Trumps Zustimmung
US-Präsident Donald Trump, der seine Haltung zu dem Thema zuletzt mehrfach geändert hatte, zeigte sich gelassen. Er erklärte, es sei „okay“ für ihn, „wenn Gianni das sagt“. Infantino sei „fantastisch, er ist ein Freund von mir. Ich habe Gianni gesagt, er könne machen, was er will. Lasst sie spielen“, so Trump gegenüber Reportern.
Einreiseprobleme als Auslöser
Grund für die Absage des Iran am FIFA-Kongress war nach Angaben des Verbandes eine „Beleidigung“ durch einen Polizisten bei der Ankunft am Flughafen Toronto. In einer Mitteilung, aus der iranische Medien zitierten, hieß es, Verbandspräsident Taj und zwei weitere Mitarbeiter seien trotz gültiger offizieller Visa „aufgrund des unangemessenen Verhaltens der Einwanderungsbeamten am Flughafen und der Beleidigung eines der ehrenwertesten Organe der iranischen Streitkräfte mit dem nächstmöglichen Flug in die Türkei zurückgekehrt“. Medienberichten zufolge wurde Taj tatsächlich die Einreise verweigert, obwohl er ein gültiges Visum besaß. Taj hat eine Vergangenheit im Geheimdienst der iranischen Revolutionsgarden, die von Kanada als terroristische Organisation eingestuft werden.
WM-Vorbereitung und Gruppe G
Die iranische Nationalmannschaft, die ihr WM-Lager in Tucson, Arizona, beziehen soll, trifft in der Gruppe G in Los Angeles auf Neuseeland und Belgien sowie in Seattle auf Ägypten. Teheran hatte zwischenzeitlich sogar einen WM-Boykott ins Spiel gebracht und gefordert, seine Spiele in Mexiko auszutragen. Die Einladung der FIFA soll nun dazu dienen, die verbleibenden Unstimmigkeiten auszuräumen und die reibungslose Teilnahme des Iran an der WM sicherzustellen.



