CDU-Außenpolitiker Hardt enthüllt: Nur sechs Personen entschieden über US-Angriff auf Iran
In der Talkshow von Markus Lanz hat der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt (62) aufgedeckt, dass der Angriff der USA auf den Iran vor sieben Wochen von einem extrem kleinen Kreis entschieden wurde. Laut Hardt, der gerade aus den USA zurückgekehrt ist, waren es lediglich sechs Personen, die gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump (79) über die militärische Aktion berieten.
Kritik am engen Entscheidungskreis
Hardt berichtete, dass in Gesprächen mit regierungsnahen Kreisen in den USA kritisiert worden sei, „dass der Kreis derer, die die Entscheidung getroffen haben, wohl sehr eng war. Man spricht von sechs Personen“. Zudem habe man sich vor allem auf die Hoffnung verlassen, dass es zu einem Regimewechsel im Iran kommen und dann eine andere iranische Regierung als Gesprächspartner zur Verfügung stehen würde.
Der CDU-Politiker zeichnete ein düsteres Bild der Lage: Seit der Revolution Ende der 1970er-Jahre habe der Iran „in Worten und Taten“ die Vernichtung Israels propagiert. Mehr als 400 Kilogramm hoch angereichertes Uran stünden zur Verfügung, und zugleich seien das Raketenprogramm und die Unterstützung von Terrororganisationen nie Teil internationaler Abkommen gewesen. Sein Fazit lautete: „Das Ziel, dass der Iran nicht atomar bewaffnet wird, muss – mit welchen Mitteln auch immer – erreicht werden.“
Zweifel am militärischen Vorgehen
Gleichzeitig äußerte Hardt deutliche Zweifel am militärischen Vorgehen der USA. Es sei „offensichtlich“, dass die eingesetzten Mittel nicht zum gewünschten Ziel geführt hätten. Wäre der Plan aufgegangen, hätte Trump als Held gegolten, aber das, was jetzt eingetreten sei, „war für viele Experten vorhersehbar“. Deutschland habe von dem Angriff abgeraten, sei aber nicht in die Entscheidungsfindung einbezogen worden.
Stattdessen hätten die Mullahs im Iran nun ihre „Joker-Karte“ ausgespielt und nutzten ihre strategische Lage an der Straße von Hormus, um den Schiffsverkehr zu stören. Für Hardt ist klar: „Es kann eigentlich nur eine Verhandlungslösung geben.“ Genau deshalb setze der Iran diese Karte jetzt gezielt ein, um Druck aufzubauen.
Warnung vor dezentraler Machtstruktur im Iran
Hardt warnte zudem vor der komplexen Machtstruktur im Iran, die militärisch dezentral organisiert sei. „Es gibt sehr viele regionale Militärkommandeure, die auch unabhängig voneinander agieren können“, erklärte er. Selbst wenn eine Einigung auf politischer Ebene erzielt würde, bleibe deshalb ein erhebliches Risiko bestehen: „Hält sich dann jeder dran?“
Die Diskussion bei Markus Lanz, an der neben Hardt auch die Journalistin Kristin Helberg und der Militärhistoriker Matthias Strohn teilnahmen, unterstrich die Brisanz der internationalen Krise. Hardts Enthüllungen werfen ein Schlaglicht auf die intransparenten Entscheidungsprozesse in der US-Außenpolitik und die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten.



