Die Ankündigung von Gianni Infantino, für eine weitere Amtszeit als FIFA-Präsident zu kandidieren, stößt nicht überall auf Begeisterung. Der dänische Fußballverband (DBU) übt deutliche Kritik und stellt die Unterstützung für den Schweizer infrage.
DBU kritisiert Infantinos Alleingang
In einer offiziellen Mitteilung des DBU wird Infantino indirekt für seine Entscheidung gerügt, US-Präsident Donald Trump den FIFA-Friedenspreis zu verleihen. Der Verband betont, dass Preise im Fußball auf transparenten und offenen Kriterien basieren sollten, die den grundlegenden Werten des Spiels entsprechen. DBU-Präsident Jesper Möller erklärte: „Wir haben bei der Vergabe des Friedenspreises keine Rolle gespielt, halten aber an einem prinzipiellen Ansatz fest. Es ist unsere klare Erwartung, dass die FIFA dies berücksichtigt.“
Dänemark als eines der wenigen kritischen Länder
Möller erinnerte daran, dass Dänemark „bekanntlich eines der sehr wenigen Mitgliedsländer“ war, das Infantino bei der Wahl 2023 nicht unterstützt habe. Der Verband werde seine Position vor dem FIFA-Kongress im März 2027 erneut prüfen. Infantino hatte seine erneute Kandidatur am Donnerstag beim Kongress in Vancouver bekannt gegeben.
Unterstützung für norwegische Kritikerin
Mit der dänischen Kritik steht die norwegische Verbandspräsidentin Lise Klaveness nicht mehr allein da. Sie hatte sich bereits mehrfach gegen Infantino ausgesprochen und eine Beschwerde bei der FIFA-Ethikkommission unterstützt. Klaveness beklagte eine „Kultur der Angst“ und kritisierte den Umgang mit politischem Kapital und Beziehungen innerhalb des Verbandes.
DFB hält sich bedeckt
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der eine Bewerbung für eine künftige WM-Ausrichtung erwägt, äußerte sich zurückhaltend. Präsident Bernd Neuendorf sagte, die Kandidatur komme „nicht überraschend“, die Bewertung sei jedoch keine „alleinige Entscheidung“. Man werde sich im DFB und mit der DFL mit der Kandidatur befassen und nach Ablauf der Bewerbungsfrist eine Entscheidung treffen.



