Iran-Konflikt: Waffenruhe wackelt – Vermittlungstreffen in China
Iran-Konflikt: Waffenruhe wackelt – Treffen in China

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran nehmen wieder zu. Nach iranischen Raketen- und Drohnenangriffen auf Ölanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) hat der Vermittlerstaat Pakistan zur Zurückhaltung aufgerufen. Premierminister Shehbaz Sharif betonte auf X, es sei „absolut essenziell, dass die Waffenruhe gewahrt und respektiert“ werde. Zugleich verurteilte er die Angriffe auf den Hafen von Fudschaira, die am Montag stattfanden.

Waffenruhe noch nicht gebrochen

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte auf einer Pressekonferenz, dass die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran weiterhin in Kraft sei. „Die Waffenruhe ist nicht beendet“, sagte er. Die neue US-Initiative „Projekt Freiheit“ zur Wiederherstellung des freien Handelsverkehrs in der Straße von Hormus sei eine separate, zeitlich begrenzte defensive Operation. Sie laufe getrennt vom Militäreinsatz „Gewaltiger Zorn“ gegen den Iran und unterscheide sich deutlich davon.

Erste Erfolge bei „Projekt Freiheit“

Hegseth zog eine erste Bilanz der Mission: Zwei Handelsschiffe seien erfolgreich durch die Straße von Hormus eskortiert worden, viele weitere bereiteten sich auf die Passage vor. Gleichzeitig seien sechs Schiffe daran gehindert worden, iranische Häfen anzusteuern. „Amerika nutzt seine Stärke, um anderen zu helfen“, betonte er. Die Mission sei zeitlich begrenzt, da die USA nicht auf Öl aus der Region angewiesen seien. „Wir erwarten, dass die Welt aktiv wird“, fügte er hinzu und forderte andere Staaten auf, sich an der Absicherung des Handelsverkehrs zu beteiligen.

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Irans Außenminister reist nach China

Inmitten des Konflikts kündigte Irans Außenminister Abbas Araghtschi eine Reise nach China an, um mit seinem chinesischen Kollegen die regionalen Entwicklungen zu besprechen. China gilt als Hauptabnehmer iranischen Öls und Gases und hatte die US-Seeblockade in der Straße von Hormus kritisiert. Zuvor war Araghtschi zu Gesprächen mit Russlands Präsident Wladimir Putin in St. Petersburg gewesen.

EU warnt vor schwerster Energiekrise

EU-Energiekommissar Dan Jørgensen sprach in Brüssel von der „wohl schwersten Energiekrise aller Zeiten“. Seit Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten hätten die EU-Mitgliedstaaten über 30 Milliarden Euro mehr für Importe fossiler Brennstoffe ausgegeben, ohne dafür zusätzliche Lieferungen zu erhalten. Normalerweise wird etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und Flüssiggases durch die seit Wochen blockierte Straße von Hormus transportiert. Zudem wurden in den vergangenen Monaten Energieproduktionsanlagen in mehreren Golfstaaten durch iranische Angriffe beschädigt.

Die EU bereite sich auf mögliche Versorgungsengpässe vor, besonders bei Flugkraftstoff, sagte Jørgensen. Eine neue Beobachtungsstelle sammle Daten zum vorhandenen Flugtreibstoff, um frühzeitig politische Maßnahmen zur Koordinierung und Umverteilung ergreifen zu können. „Wir hoffen, dass es nicht zu einer Situation kommt, in der dies notwendig wird, aber wir bereiten uns darauf vor.“

Drohungen und Warnungen

US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran erneut mit Vernichtung, sollte iranische Kräfte Schiffe im Rahmen von „Projekt Freiheit“ angreifen. Der Iran werde „von der Erde gefegt“, zitierte ihn Fox News. Araghtschi konterte auf X: „Projekt Freiheit ist Projekt Sackgasse.“ Die Ereignisse in der Straße von Hormus zeigten, dass es keine militärische Lösung für eine politische Krise gebe. Zugleich behauptete er, die Verhandlungen für ein Kriegsende machten Fortschritte „dank des großen Einsatzes Pakistans“.

Arabische Staaten verurteilen Angriffe

Jordanien, Bahrain, Ägypten sowie die Golfstaaten Kuwait und Katar verurteilten die iranischen Angriffe auf die VAE. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman bezeichnete sie als ungerechtfertigt. Israels ehemaliger Ministerpräsident Naftali Bennett stufte die Angriffe als Kriegserklärung ein: „Dies ist de facto eine Erklärung der Wiederaufnahme des iranischen Kriegs gegen die Verbündeten der Vereinigten Staaten und Israels in der gesamten Region.“

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