Trump zeigt sich zuversichtlich
US-Präsident Donald Trump hat sich zuversichtlich gezeigt, dass in den kommenden Tagen eine Einigung über ein Ende des Kriegs mit dem Iran erzielt werden kann. Gleichzeitig drohte er dem Iran jedoch erneut mit massiven Bombardierungen, falls kein Deal zustande komme. In einem Interview mit dem Sender PBS sagte Trump: „Falls es keinen Deal gibt, müsse man wieder damit anfangen, den Iran in Grund und Boden zu bombardieren.“
Iran weist Berichte zurück
Der Iran wies Berichte über eine bevorstehende Einigung als überzogen zurück. Ein US-Verhandlungsvorschlag werde derzeit geprüft. Laut CNN wird der Iran den pakistanischen Vermittlern voraussichtlich noch heute seine Antwort übergeben. Trump selbst sagte, eine Einigung könne möglicherweise noch vor seiner für kommende Woche geplanten China-Reise zustande kommen. Man sei „sehr nah dran“.
Israel greift Hisbollah-Kommandeur an
Unterdessen griff die israelische Luftwaffe erstmals seit Beginn einer Waffenruhe mit der proiranischen Hisbollah-Miliz vor drei Wochen wieder einen Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut an. Ziel war ein ranghoher Kommandeur der Radwan-Einheit der Hisbollah. Nach israelischen Angaben wurden der Kommandeur Malek Balut, sein Stellvertreter sowie weitere Kämpfer getötet. Hisbollah-Kreise bestätigten der Deutschen Presse-Agentur den Tod eines Kommandeurs.
Zusammenhang mit Iran-Krieg
Der Krieg im Libanon hängt eng mit dem Iran-Krieg zusammen, da der Iran der wichtigste Unterstützer der Hisbollah ist. Ob der jüngste Angriff die Verhandlungen über ein Ende des Iran-Kriegs beeinflussen wird, war zunächst ungewiss. Trump bezeichnete die jüngsten Gespräche mit dem Iran als „sehr gut“ und sagte: „Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir einen Deal machen werden.“
Warten auf iranische Reaktion
Das Weiße Haus wartet laut Medienberichten auf eine Reaktion Irans auf eine einseitige Absichtserklärung mit 14 Punkten. Ziel ist es, einen Rahmen für zunächst 30 Tage dauernde Verhandlungen zu schaffen, um den Krieg zu beenden. Diskutiert werden unter anderem eine Lockerung von US-Sanktionen sowie Vereinbarungen zur Zukunft der strategisch bedeutenden Straße von Hormus. Zudem soll eine Grundlage für Atomverhandlungen geschaffen werden.
Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai hatte Berichte über einen bevorstehenden Abschluss eines Abkommens jedoch als überzogen zurückgewiesen. Trump hingegen erklärte, der Iran habe zugesichert, keine Atomwaffen anzustreben. „Iran darf keine Atomwaffe haben (…) und sie haben dem zugestimmt“, sagte er. Eine aktuelle Bestätigung von iranischer Seite blieb jedoch aus. Die Führung in Teheran beteuert seit vielen Jahren, dass Irans Atomprogramm rein ziviler Natur sei.
Israels Premier Netanjahu fordert vollständige Entfernung von Uran
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte, oberstes Ziel bleibe die vollständige Entfernung des hoch angereicherten Urans aus dem Iran sowie der Abbau seiner Anreicherungskapazitäten. Der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer Mohammed Bagher Ghalibaf schien sich über Trumps optimistische Prognosen lustig zu machen. Auf der Plattform X schrieb er, die Operation Vertrauen sei gescheitert, nun gehe es wieder um den Modus der Täuschung.
USA setzen Tanker außer Gefecht
Die Spannungen in und rund um die Straße von Hormus halten trotz der Aussetzung eines dortigen US-Einsatzes an. Das US-Militär griff einen unter iranischer Flagge fahrenden, unbeladenen Öltanker an und setzte ihn außer Gefecht. Ein US-Kampfflugzeug feuerte mehrere Schüsse auf das Schiff ab, nachdem es Warnungen der USA ignoriert hatte, dass es die US-Seeblockade verletze. Der Tanker habe internationale Gewässer passiert und sich in Richtung eines iranischen Hafens am Golf von Oman bewegt.
„Die US-Blockade gegen Schiffe, die versuchen, iranische Häfen anzulaufen oder zu verlassen, bleibt in vollem Umfang in Kraft“, betonte das US-Militär. Trump hatte am Dienstagabend überraschend angekündigt, den am Montag begonnenen US-Einsatz für eine sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus „für kurze Zeit“ auszusetzen. Während des Stopps von „Projekt Freiheit“ solle geprüft werden, ob ein Abkommen mit dem Iran abgeschlossen werden könne.
Nach gegenseitigen Angriffen in der Straße von Hormus waren Befürchtungen gewachsen, die seit rund einem Monat geltende und von Trump zuletzt einseitig auf unbestimmte Zeit verlängerte Waffenruhe könnte scheitern. Die Meerenge ist für die Weltwirtschaft unter anderem wegen der Exporte von Öl und Flüssiggas aus den Staaten am Persischen Golf von entscheidender Bedeutung. Der Iran hat die Schifffahrt in der Passage seit Kriegsbeginn mit Angriffen und Drohungen praktisch zum Erliegen gebracht.



