Israel reduziert Angriffe auf Libanon: US-Druck führt zu direkten Verhandlungen mit Hisbollah
Israel reduziert Angriffe auf Libanon: US-Druck führt zu Verhandlungen

Israel reduziert Angriffe auf Libanon nach US-Druck: Direkte Verhandlungen angekündigt

Die israelischen Angriffe auf den Libanon haben nach Angaben von US-Präsident Donald Trump eine kritische Schwelle erreicht, die die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran gefährdet. In einem Telefoninterview mit dem US-Sender NBC bestätigte Trump, dass er mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gesprochen habe und dieser eine Reduzierung der Attacken zugesagt habe. Diese Entwicklung folgt auf massive Luftangriffe, bei denen nach libanesischen Angaben über 300 Menschen getötet wurden.

US-Druck auf Netanjahu: Hintergründe der Eskalation

Medienberichten zufolge übten Trump und sein Sondergesandter Steve Witkoff erheblichen Druck auf Netanjahu aus, die Angriffe auf den Libanon herunterzufahren. Die andauernden und heftigen Militäraktionen gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz bedrohen nicht nur regionale Stabilität, sondern auch diplomatische Bemühungen. Netanjahu bestätigte Trumps Darstellung zwar nicht offiziell, kündigte jedoch am Abend direkte Verhandlungen mit dem nördlichen Nachbarland an, die israelischen Medien zufolge bereits Anfang der kommenden Woche beginnen könnten.

Netanjahus Position: Harte Linie trotz Verhandlungsbereitschaft

In einem späteren Statement betonte Netanjahu, Israel werde die libanesische Hisbollah-Miliz weiterhin mit Härte bekämpfen und nicht aufhören, bis Sicherheit für die Bevölkerung im Norden Israels gewährleistet sei. „Es gibt keine Waffenruhe im Libanon“, erklärte er entschieden. Diese Aussage steht im Kontrast zu libanesischen Regierungskreisen, die mögliche Verhandlungen nur unter den Bedingungen einer Waffenruhe für akzeptabel halten. Die gegensätzlichen Positionen verdeutlichen die komplexe Ausgangslage für die geplanten Gespräche.

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Humanitäre Krise: Über 300 Tote an einem Tag

Die Eskalation begann, nachdem die Hisbollah ihre Angriffe auf Israel wieder aufgenommen hatte, was eine Reaktion auf den seit über fünf Wochen andauernden Iran-Krieg darstellt. Erstmals seit Beginn einer Waffenruhe im November 2024 griff die Miliz Israel wieder mit Raketen an. Israel reagierte mit intensiven Luftangriffen und Bodeneinsätzen im nördlichen Nachbarland. Am Mittwoch bombardierte Israel trotz einer Feuerpause im Iran-Krieg zahlreiche Hisbollah-Ziele, auch in der Hauptstadt Beirut, was zu den verheerenden Opferzahlen führte.

Verhandlungsvorbereitungen: Washington als möglicher Ort

Laut einer Mitteilung aus Netanjahus Büro hat der Regierungschef das Kabinett angewiesen, die Gespräche mit dem Libanon „so bald wie möglich“ zu beginnen. Israelische Medien wie „ynet“ und „Maariv“ berichten, dass die Verhandlungen nächste Woche in Washington stattfinden sollen, wobei zunächst die US-Botschafter der beiden verfeindeten Länder teilnehmen würden. Netanjahu betonte in einer Videobotschaft, dass das Ziel ein historisches, dauerhaftes Friedensabkommen zwischen Israel und dem Libanon sei.

Internationale Reaktionen: Unterstützung und Skepsis

Das Auswärtige Amt in Berlin begrüßte Netanjahus Ankündigung und bezeichnete die Direktgespräche als „wichtigen ersten Schritt“ hin zu einer gemeinsamen Zukunft als Nachbarn. Libanons Präsident Joseph Aoun hatte in der Vergangenheit mehrfach Bereitschaft zu Verhandlungen signalisiert. Aus libanesischen Regierungskreisen wurde ein „Pakistan-Modell“ vorgeschlagen, das eine zweiwöchige Feuerpause und Gespräche 72 Stunden nach Inkrafttreten vorsieht, ähnlich dem Vorgehen bei Iran-USA-Verhandlungen.

Hisbollah-Kritik und interne Spannungen

Die Hisbollah reagierte mit scharfer Kritik auf die Ankündigungen. Der libanesische Abgeordnete Ali Fajad forderte die Regierung auf, eine Waffenruhe als Voraussetzung für weitere Schritte zu bestehen. Hisbollah-Chef Naim Kassim erklärte, Gespräche unter andauerndem Beschuss kämen einer Kapitulation gleich und würden den Libanon seiner Handlungsfähigkeit berauben. Die schiitische Repräsentation in der libanesischen Delegation, die von Ex-Botschafter Simon Karam geleitet werden soll, wird als entscheidend für den Erfolg der Verhandlungen angesehen.

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