König Charles vor US-Kongress: Zuckersteuer geplant: Wal in Poel gerettet
König Charles vor US-Kongress: Zuckersteuer und Wal-Rettung

König Charles vor dem US-Kongress: Eine heikle Mission

Wenn der britische Monarch heute Abend vor dem US-Kongress spricht, ist er nicht nur in historischer, sondern auch in heikler Mission unterwegs. Dreieinhalb Jahrzehnte sind seit dem bislang einzigen royalen Auftritt vor dem Kongress vergangen, damals sprach dort Königin Elizabeth II. Kurz zuvor hatte eine von den USA angeführte internationale Koalition das vom Irak besetzte Kuwait befreit. Die Monarchin betonte in ihrer Rede die Gemeinsamkeiten der beiden Länder, etwa deren demokratische Grundwerte. Gewaltvolle Aggression, so die Königin, werde auf Dauer nicht bestehen.

Ihr Sohn spricht nun wieder zu den Amerikanern vor der Kulisse eines Konflikts in Nahost, allerdings redet König Charles diesmal mit dem Aggressor: Die USA hatten Ende Februar Iran angegriffen, zusammen mit Israel. Das amerikanisch-britische Verhältnis ist seitdem zerrüttet: Der britische Premierminister Keir Starmer hatte zu Beginn der Angriffe jegliche Beteiligung an den Militäreinsätzen abgelehnt und den USA zunächst auch die Nutzung britischer Militärbasen verweigert. Damit hatte er US-Präsident Donald Trump erzürnt. „Ich hoffe, Sie können mich alle gut sehen“ – mit ihren ersten Worten erntete Elizabeth II. 1991 sofort einen Lacher. Ihr Sohn wird es nicht so leicht haben: Er soll die Amerikaner besänftigen, aber sich nicht anbiedern. Die meisten Briten lehnen den Irankrieg ab.

Zuckersteuer: Ein Schritt gegen Übergewicht

In den gesetzlichen Krankenkassen klafft ein Milliardenloch. Die Regierung will es künftig mit einer Zuckersteuer schließen – oder zumindest Teile davon. Wie heute aus Kreisen des Finanzministeriums bekannt wurde, plant die Bundesregierung eine sogenannte Zuckerabgabe, außerdem will sie demnach die Alkohol- und Tabaksteuer erhöhen. Anders als der Tankrabatt wäre das eine sinnvolle Maßnahme: Die Zahl der Menschen mit Übergewicht in Deutschland nimmt seit Jahren zu, die Folgeerkrankungen belasten das Gesundheitssystem enorm. Allerdings stellt sich die Frage, warum die Abgabe nach jetzigem Stand nur für zuckerhaltige Getränke gelten soll. Wenn man den Naschkonsum ehrlich bewertet, könnte meinetwegen sämtlicher Süßkram unerschwinglich werden. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Limo-Hersteller die Steuer mit „Light“- oder „Zero“-Produkten mit Zuckerersatzstoffen einfach umgehen. Hoffentlich denkt jemand daran, diese Lücke im künftigen Gesetz zu schließen.

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Wal in Poel: Rettungsaktion erfolgreich

Deutschland hat in den vergangenen Stunden eine maritime Vokabel gelernt: Barge. Das ist ein antriebsloser Lastkahn, oft auch Schute genannt. In ein solches mit Wasser gefülltes Transportschiff ist am Nachmittag der in Poel gestrandete Wal unter dem Jubel der versammelten Retter hineingeschwommen. Aus eigener Kraft. Die Bilder berühren. Ein wenig schäme ich mich dafür, dass ich den Wal hier an dieser Stelle vergangene Woche schon abgeschrieben habe. Ich glaube an den Lauf der Natur, mir erschien es, als würde der ganze Trubel das Leiden des Tiers nur verlängern. Umweltminister Till Backhaus fand ich mit seinen walversteherischen „Timmy macht dies, Timmy fühlt das“-Aussagen possierlich. Ich bin auch immer noch nicht restlos überzeugt, dass dem Wal wirklich geholfen wurde. Man kann das aber auch anders sehen. In Poel haben sich Menschen zusammengefunden, die unter hohem finanziellen und persönlichen Einsatz ein Lebewesen retten wollen. Sie wurden belächelt, kritisiert, teils sogar angefeindet. Sie haben sich davon nicht beirren lassen. Heute Abend geht der Wal in seiner Barge auf die Reise in die Nordsee, wo er in Freiheit entlassen werden soll. Durch einen Tracker sollen wir ihn verfolgen können. Falls der Wal doch verendet, hoffe ich, dass das Gerät versagt – dann können wir weiter glauben, ihn gerettet zu haben. Ich hoffe für ihn, dass er zurück in die richtigen Gewässer findet. Am schlimmsten wäre es, wenn er zurück nach Poel schwimmt.

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