Merz zu Trump: "Ruf vorher an" – Kanzler verteidigt Iran-Kritik
Merz zu Trump: "Ruf vorher an" – Kanzler verteidigt Iran-Kritik

Bundeskanzler Friedrich Merz hat in der Talkshow von Caren Miosga seine Kritik an der Iran-Strategie von US-Präsident Donald Trump erneuert und gleichzeitig die Bedeutung der USA als wichtigsten NATO-Partner betont. In der am Sonntag aufgezeichneten Sendung stellte Merz klar, dass er Trump bereits frühzeitig darauf hingewiesen habe, dass Deutschland vor einem militärischen Konflikt konsultiert werden müsse: „Wenn du willst, dass wir dir bei einem solchen Konflikt helfen, dann ruf uns vorher an und frag uns.“

Merz verteidigt umstrittene Äußerungen

Der Kanzler bekräftigte seine frühere Aussage, wonach Iran die USA „gedemütigt“ habe. Trotz der angespannten Stimmung mit Trump bleibe die transatlantische Partnerschaft unverzichtbar. Merz betonte: „Die Amerikaner sind für uns die wichtigsten Partner im Nordatlantischen Bündnis.“ Gleichzeitig wiederholte er seine Ablehnung von Trumps Iran-Kurs.

Appell an Koalitionspartner SPD

In der Sendung wandte sich Merz auch an die SPD und deren Vorsitzenden Lars Klingbeil. Angesichts der Forderung nach höheren Steuern für Spitzenverdiener sagte Merz: „Kompromisse sind keine Einbahnstraße. Er muss wissen, dass das mit der CDU/CSU nicht geht. Auch mit mir nicht.“ Er räumte wachsenden Unmut in der Union über Koalitionskompromisse ein, schloss aber eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch aus: „Das kommt mit mir nicht in Frage. Das sollte die SPD jetzt aber nicht zu dem Gedanken verleiten, sie könnte mit uns machen, was sie will.“

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Keine Vertrauensfrage in Sicht

Auf die Frage nach einer möglichen Vertrauensfrage angesichts schlechter Umfragewerte antwortete Merz ausweichend: „Das ist eine Frage, mit der ich mich heute nicht beschäftigen muss. Das ist für jeden Bundeskanzler immer eine Option, aber eine Option, über die ich im Augenblick keine Veranlassung habe, nachzudenken.“

Der Kanzler hatte am Sonntag überraschend seine Teilnahme am Gipfeltreffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft in Armenien abgesagt. Stattdessen ließ er sich von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vertreten. Ein Regierungssprecher begründete die Absage zunächst mit „wichtigen Terminen“ – nun stellte sich heraus, dass Merz den Auftritt bei Miosga priorisierte.

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