Paris plant Marine-Mission für Straße von Hormus nach Iran-Krieg
Paris plant Marine-Mission für Straße von Hormus

Internationale Konferenz in Paris plant Sicherung der Straße von Hormus

Unter dem massiven wirtschaftlichen Druck durch die wochenlange Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus haben sich Dutzende Nationen in der französischen Hauptstadt zu Beratungen über eine mögliche Marine-Mission nach dem Iran-Krieg zusammengefunden. Die von Frankreich und Großbritannien initiierte Konferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zielte darauf ab, eine neutrale militärische Operation zu planen, die sich klar von den Kriegsparteien distanziert.

Diplomatische Signale und widersprüchliche Positionen

Mitten in die Pariser Gespräche platzte die überraschende Ankündigung der iranischen Führung aus Teheran, die Meerenge wieder für Öltanker und Handelsschiffe öffnen zu wollen. Die Teilnehmer werteten dies als positives Zeichen, während die USA unter Präsident Donald Trump ihre eigene Seeblockade für Schiffe mit iranischen Häfen aufrechterhalten wollen. Der französische Präsident Emmanuel Macron betonte, es handele sich um eine „neutrale Mission, die sich klar von den Kriegsparteien abgrenzt“.

Konkrete Pläne für eine defensive Marine-Mission

Der britische Premierminister Keir Starmer kündigte an, die geplante Operation solle „strikt friedlich und defensiv“ sein und primär der Minenräumung sowie der Wiederherstellung der Handelsschifffahrt dienen. Bereits mehr als ein Dutzend Länder haben militärische Unterstützung für die Sicherung der 55 Kilometer breiten Meerenge zwischen Iran und Oman zugesagt.

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Bundeskanzler Merz erklärte Deutschlands Bereitschaft zur Beteiligung, insbesondere bei Minenräumung und Seeaufklärung. Aus Regierungskreisen verlautete, Deutschland könne Minenjagdboote, ein Versorgungsschiff und Luftaufklärung bereitstellen. Merz äußerte zudem den Wunsch nach einer US-Beteiligung: „Es wäre aus unserer Sicht wünschenswert“.

Europäische Schwergewichte signalisieren Unterstützung

Neben Deutschland signalisierten auch Frankreichs Präsident Macron und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ihre Beteiligung. Macron verwies auf die bereits in der Region präsente französische Marine, während Meloni den Einsatz italienischer Marineeinheiten in Aussicht stellte. Neben den europäischen Hauptakteuren waren per Videoschalte weitere globale Schwergewichte wie China und Indien sowie über 40 Partner aus Asien, Afrika und Lateinamerika eingebunden.

Komplexe Sicherheitslage in der Meerenge

Die aktuelle Situation in der Straße von Hormus bleibt äußerst angespannt. Das US-Militär blockiert weiterhin iranische Schiffe, während die iranische Marine die Passage durch Drohungen und Beschuss faktisch unmöglich gemacht hat. Experten gehen von mehreren Dutzend Minen aus, die der Iran vor etwa einem Monat verteilt haben soll, obwohl Teheran dies nie bestätigte.

Sicherheitsforscher Andreas Krieg vom Londoner King's College erklärte: „Weder die Iraner noch die USA - und auch sonst niemand - wissen derzeit genau, wo sich diese Minen befinden“. Der Verband Deutscher Reeder (VDR) meldet, dass seit Ende Februar mehr als 2.000 Handelsschiffe mit rund 20.000 Seeleuten im Persischen Golf festsitzen.

Herausforderungen bei Minenräumung und Versicherungen

Die Räumung der Seeminen gestaltet sich als äußerst schwierig. Der Iran verfügt schätzungsweise über bis zu 6.000 Minen verschiedener Bauarten. Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, zwei Zerstörer seien im Einsatz, um die Straße von zuvor gelegten Minen zu räumen, während Präsident Trump behauptet, alle Minen seien bereits geborgen oder würden derzeit entfernt.

Die britische Denkfabrik Rusi weist darauf hin, dass die Meerenge erst dann wieder als offen gelten wird, wenn Versicherer Schiffe zu wirtschaftlich tragbaren Tarifen versichern. Raik Becker vom Versicherungsmakler Marsh Risk bestätigte, dass Kriegsrisikoversicherungen weiter verfügbar seien, sich die Preise jedoch seit Kriegsausbruch vervielfacht hätten. Reedereien müssen nun drei bis sieben Prozent des Schiffswerts für eine versicherte Fahrt durch das Hochrisikogebiet zahlen.

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Vorsichtige Haltung deutscher Reedereien

Deutsche Reedereien zeigen sich angesichts der unsicheren Lage zurückhaltend. Der VDR rät seinen Mitgliedern zur Vorsicht und betont: „Die Sicherheit unserer Crews steht über allem“. Die Teilnehmer der Pariser Konferenz forderten eine sofortige, bedingungslose und vollständige Wiederöffnung der Meerenge durch alle Parteien und lehnten jegliche Beschränkungen oder Mautsysteme ab.