Ralf Schumacher über Bruder Michael: „Mit Ruhm umgehen lernen“
Ralf Schumacher: „Mit Ruhm umgehen lernen“

Ralf Schumacher hat in einem Interview über die Schattenseiten des Ruhms gesprochen, die er und sein Bruder Michael Schumacher in ihrer Formel-1-Karriere erlebten. Der 50-Jährige erklärte, dass der plötzliche Verlust der Privatsphäre eine große Herausforderung war, auf die niemand vorbereitet gewesen sei.

„Man hat keine Privatsphäre mehr“

Im Gespräch mit dem Magazin „Erfolg“ berichtete Ralf Schumacher von den unangenehmen Erfahrungen, die mit dem Ruhm einhergingen. „Ich glaube, auf das, was dann passiert ist, wäre keiner richtig vorbereitet gewesen. Das macht etwas mit einem, wenn man aus seiner Komfortzone herauskommen muss“, sagte er. Der ehemalige Rennfahrer erinnerte sich daran, wie sein Leben plötzlich von öffentlicher Beobachtung geprägt war: „Man hat keine Privatsphäre mehr. Egal, wo du bist, egal, was du tust: Du fühlst dich beobachtet – und vor allem auch beurteilt. Das ist unangenehm.“

Besonders private Momente wurden dadurch überschattet. „Du kannst nicht mehr zu jemandem sagen: ‚Bitte, ich möchte das heute mal nicht. Ich sitze hier im Restaurant mit meinen Freunden‘“, erzählte Ralf Schumacher. „Dann heißt es gleich: ‚Ist er so arrogant, dass er nicht mal aufstehen und ein Foto machen kann?‘ Diese Dinge erlebt man.“

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Druck durch berühmten Bruder

Der 50-Jährige betonte, wie wichtig der Rückhalt durch enge Vertraute in dieser Zeit war. „Es macht auch was mit einem, wenn man sehr schnell, in sehr jungen Jahren, sehr erfolgreich wird. Wenn man nicht die richtigen Berater, Freunde, Familie hat, kann das leicht zum Irrweg werden“, so Ralf Schumacher. Er selbst sei nie jemand gewesen, der unbedingt im Mittelpunkt stehen wollte: „Nein, im Gegenteil: Ich wollte immer meine Ruhe haben.“

Wegen seines weltberühmten Bruders Michael empfand Ralf Schumacher den öffentlichen Druck als besonders groß. „In meinem Fall war es natürlich ein bisschen schwerer, weil ich einen Bruder hatte, der extrem erfolgreich war, der ein Alleinstellungsmerkmal hatte und der auch klar Grenzen setzen konnte – aufgrund seines Erfolgs“, erklärte er. „Die Erwartung bei mir war dadurch eine andere. Damit muss man umgehen lernen.“

Michael Schumachers Privatsphäre wird geschützt

Michael Schumacher hatte sich nach seinem schweren Skiunfall im Dezember 2013 vollständig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Die Familie hält konkrete Informationen zu seinem Gesundheitszustand strikt privat. Anlässlich seines Geburtstags veröffentlichte Tochter Gina ein älteres Familienbild mit den Worten: „Für immer der Beste.“

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