Historische Verhandlungen in Islamabad: USA und Iran suchen Kriegslösung
In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad finden an diesem Wochenende erstmals seit Kriegsbeginn direkte Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran statt. Die Gespräche markieren einen historischen Moment in der internationalen Diplomatie, nachdem sich beide Nationen jahrelang nur über Vermittler ausgetauscht hatten.
Die Delegationen: Amerikanische und iranische Verhandler
Die amerikanische Delegation wird von US-Vizepräsident JD Vance (41) angeführt, der eigens für diese brisanten Gespräche nach Islamabad gereist ist. An seiner Seite befinden sich zwei erfahrene Diplomaten: Der Sondergesandte Steve Witkoff (69) und Jared Kushner (45), Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump (79). Kushners Anwesenheit unterstreicht die Bedeutung, die Washington diesen Verhandlungen beimisst.
Für den Iran nehmen Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf (64) und Außenminister Abbas Araghtschi (63) an den Gesprächen teil. Die Sicherheitsvorkehrungen sind beispiellos: Rund 5.000 Soldaten sichern das Verhandlungsgelände ab, während ganze Straßenzüge in Islamabad für den Verkehr gesperrt wurden.
Irans 10-Punkte-Plan: Forderungen und Bedingungen
Teheran hat einen detaillierten 10-Punkte-Plan vorgelegt, den Trump zunächst als "brauchbare Grundlage für Verhandlungen" bezeichnete. Die zentralen Forderungen des Iran umfassen:
- Eine geregelte Durchfahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus, die gemeinsam mit Oman koordiniert werden soll
- Transitgebühren von bis zu zwei Millionen Dollar pro Schiff, deren Einnahmen in den Wiederaufbau fließen sollen
- Ein sofortiges Ende aller Angriffe der USA und Israels, einschließlich gegen iranische Verbündete wie die Hisbollah, Huthi und irakische Milizen
- Milliardenschwere Kompensationszahlungen für Kriegsschäden
- Die vollständige Aufhebung aller Sanktionen und Freigabe eingefrorener iranischer Vermögen im Ausland
Besonders heikel bleibt die Atomfrage. Iran besteht auf seinem Recht, Uran für zivile Zwecke anzureichern, während iranische Staatsmedien behaupten, die USA hätten "im Prinzip" dieses Recht akzeptiert. Jede Einigung soll durch eine bindende Resolution des UN-Sicherheitsrats abgesichert werden, um eine einseitige Kündigung des Abkommens zu verhindern.
Washingtons 15-Punkte-Plan: Gegenforderungen und Bedingungen
Die Vereinigten Staaten kontern mit einem umfangreichen 15-Punkte-Katalog, der über Pakistan an Teheran übergeben wurde. Ein iranischer Offizieller bezeichnete die amerikanischen Forderungen als "weitgehend exzessiv, unrealistisch und unvernünftig". Die Kernpunkte des US-Plans sind:
- Die vollständige nukleare Abrüstung des Iran mit der Verpflichtung, niemals Atomwaffen zu bauen
- Die Übergabe von etwa 440 Kilogramm hochangereichertem Uran an die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA)
- Das komplette Ende jeder Uran-Anreicherung auf iranischem Boden
- Die Demontage der Anlagen in Natanz, Isfahan und Fordow
- Weitreichende Kontrollbefugnisse für die IAEA im Iran
Ein weiterer Knackpunkt ist das iranische Raketenprogramm. Washington verlangt ein Ende der Entwicklung und Produktion von Langstreckenraketen und will militärische Drohnenlieferungen an Verbündete stoppen. Zudem soll Teheran jede Unterstützung für Hisbollah, Huthi und irakische Milizen einstellen – sowohl finanziell als auch mit Waffen.
Größte Differenzen: Atomprogramm und regionale Einflussnahme
Die größten Widersprüche zeigen sich beim iranischen Atomprogramm. Während Teheran auf seinem Recht zur zivilen Urananreicherung besteht, verlangt Washington das komplette Ende aller Anreicherungsaktivitäten auf iranischem Boden. Diese fundamentale Differenz könnte die gesamten Verhandlungen zum Scheitern bringen.
Ebenso kontrovers ist die Frage der regionalen Einflussnahme. Der Iran betrachtet seine Unterstützung für Verbündete im Nahen Osten als legitimes Mittel der Außenpolitik, während die USA dies als destabilisierenden Faktor in der Region ansehen. Die Forderung Washingtons nach einem kompletten Stopp dieser Unterstützung trifft auf erbitterten Widerstand in Teheran.
US-Vizepräsident Vance äußerte sich vorsichtig optimistisch: "Wir haben realistische Erwartungen, aber auch die Entschlossenheit, eine dauerhafte Lösung zu finden." Die kommenden Stunden werden zeigen, ob beide Seiten bereit sind, Kompromisse einzugehen oder ob die Verhandlungen an den unüberbrückbaren Differenzen scheitern werden.



