Sudan beschuldigt VAE und Äthiopien der Drohnenangriffe
Sudan wirft VAE und Äthiopien Drohnenangriffe vor

Das sudanesische Militär wirft den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Äthiopien vor, aktiv in den Konflikt zwischen der sudanesischen Armee und den abtrünnigen Rapid Support Forces (RSF) einzugreifen. Ein Militärsprecher erklärte, dass mehrere Drohnen, die zuletzt unter anderem den Flughafen der Hauptstadt Khartum angriffen, vom äthiopischen Flughafen Bahir Dar gestartet seien. Die Fluggeräte sollen von den VAE bereitgestellt worden sein.

Beweise aus Flugdaten und Untersuchungen

Die Armee stützt ihre Vorwürfe auf eine Auswertung von Flugdaten und die Untersuchung einer Drohne, die Mitte März in den sudanesischen Luftraum eingedrungen war. Diese Angaben lassen sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. „Wer uns angreift, wird eine Antwort erhalten“, drohte der Armeesprecher. Auch der sudanesische Außenminister Mohi al-Din Salem warnte: „Wir wollen gegen kein Land einen Angriff starten, aber wer uns angreift, wird eine Antwort erhalten.“

Langjährige Vorwürfe gegen die VAE

Sudans Armee beschuldigt die VAE bereits seit längerem, die RSF militärisch zu unterstützen. Auch UN-Experten und Menschenrechtsgruppen werfen Abu Dhabi vor, der Miliz Waffen zu liefern. Die VAE bestreiten diese Anschuldigungen. Zudem berichtete die Nachrichtenagentur Reuters im Frühjahr, dass Äthiopien ein Ausbildungslager für tausende RSF-Kämpfer unterhalte und den Flughafen Asosa für Drohneneinsätze ausgebaut habe.

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Angriff auf den Flughafen von Khartum

Der Flughafen von Khartum war am Montag Ziel eines Drohnenangriffs. Nach Angaben der Armee wurde das Gerät jedoch abgeschossen und erreichte den Flughafen nicht. Dennoch warf der Vorfall neue Fragen zur Sicherheitslage in der Hauptstadt auf. Khartum war seit der Wiedereroberung durch die Armee im vergangenen Jahr weitgehend von erneuten Kampfhandlungen verschont geblieben. Obwohl am schwer beschädigten Flughafen weiterhin kein normaler Flugbetrieb läuft, landete im Februar erstmals wieder ein kommerzieller Flug dort. Die Armee plant, den Betrieb perspektivisch wieder aufzunehmen.

Hintergrund des Konflikts

Die sudanesischen Streitkräfte liefern sich seit April 2023 einen erbitterten Kampf gegen die RSF. Seit Beginn des Konflikts wurden laut Beobachtern mindestens 59.000 Menschen getötet, die tatsächliche Zahl könnte jedoch weit höher liegen. Sowohl die Armee als auch die RSF stehen unter dem Verdacht, Kriegsverbrechen begangen zu haben. Nachdem die Miliz aus Khartum verdrängt wurde, hat sie ihre Kontrolle über die Region Darfur im Westen gefestigt. Hilfsorganisationen zufolge wird in dem Konflikt Hunger gezielt als Waffe eingesetzt und die Agrarproduktion zerstört. Die humanitäre Lage im Sudan gilt als eine der schwersten weltweit. Organisationen wie Action Against Hunger, CARE International und die norwegische Flüchtlingshilfe NRC berichten von einer beispiellosen Krise.

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