Die Bundesregierung will die finanziellen Belastungen durch den Iran-Krieg abfedern. Der Bundestag stimmt heute über einen befristeten Tankrabatt ab. Ab 1. Mai sollen Benzin und Diesel für zwei Monate günstiger werden. Zudem ist eine steuerfreie Entlastungsprämie für Arbeitnehmer geplant. Noch am selben Tag befasst sich der Bundesrat in einer Sondersitzung mit dem Tankrabatt, die Prämie folgt am 8. Mai.
Wie stark sinken die Steuern?
Die Energiesteuer auf Diesel und Benzin wird um 14,04 Cent pro Liter gesenkt. Da auf die wegfallende Energiesteuer keine Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich eine Gesamtreduzierung von 16,7 Cent. Die Maßnahme gilt vom 1. Mai bis Ende Juni.
Ab wann wird Sprit billiger?
Die Preise dürften in der Nacht zum 1. Mai oder frühmorgens deutlich fallen. Allerdings wird der meiste Sprit zu Beginn noch mit der alten, höheren Steuer belastet sein, da die Energiesteuer bereits bei der Lieferung an die Tankstelle fällig wird. Die Mineralölkonzerne kritisieren diese Vorfinanzierung, können aber später von niedrig versteuerten Restbeständen profitieren.
Sinken die Preise um volle 16,7 Cent?
Der ADAC erwartet keine sofortige Senkung um den vollen Betrag. „Die Preise werden sukzessive fallen“, so Kraftstoffmarkt-Experte Christian Laberer. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie kündigte an, die Ersparnis weiterzugeben, räumte aber Überlagerungen durch andere Faktoren ein.
Wird Sprit so billig wie vor dem Krieg?
Voraussichtlich nicht. Vor Kriegsausbruch Ende Februar kostete Super E10 1,778 Euro, Diesel 1,746 Euro. Am Donnerstag lagen die Preise bei 2,074 Euro (Super E10) und 2,150 Euro (Diesel). Bei voller Weitergabe könnte der Preis am 1. Mai unter 2 Euro fallen.
Wie viel spart ein Durchschnittsfahrer?
Ein Diesel-Pkw mit 17.000 Jahreskilometern und 7 Litern Verbrauch spart in zwei Monaten rund 33 Euro. Ein Benziner mit 9.500 Kilometern und 8 Litern Verbrauch spart gut 21 Euro.
Drohen Engpässe oder lange Schlangen?
Tankstellen könnten mit niedrigen Lagerbeständen in den Mai gehen, um schnell auf günstigeren Sprit umzusteigen. Autofahrer könnten ihre Tanks vor dem 1. Mai nicht vollfüllen, was zu erhöhtem Bedarf führt. Der Tankstellenverband bft warnt vor möglichen Engpässen. Der ADAC rechnet dagegen nicht mit nennenswerten Problemen: „Tankstellen haben ein Interesse daran, genügend Sprit zu verkaufen.“
Was passiert bis zum 1. Mai?
2022 stiegen die Preise vor dem Rabatt stark an, was den Verdacht auf Preismanipulation lenkte. Laberer hält ein ähnliches Verhalten für möglich. Nach Ostern fielen die Preise zunächst, zeigten zuletzt aber wieder leicht nach oben.
Was kostet der Rabatt und wer profitiert?
Dem Staat entgehen rund 1,6 Milliarden Euro. Hauptprofiteure sind Autofahrer mit Verbrennungsmotoren, vor allem Vielfahrer und Besitzer großer Fahrzeuge. Auch die Wirtschaft profitiert durch geringere Transportkosten. Ob der Rabatt vollständig an die Kunden weitergegeben wird, ist offen – 2022 wurde nur ein Teil weitergegeben.
Was ist die Krisenprämie?
Arbeitgeber können Beschäftigten bis 30. Juni 2027 eine steuerfreie Prämie von bis zu 1.000 Euro zahlen. Die Zahlung ist freiwillig. Wirtschaftsverbände reagierten zurückhaltend, Gewerkschaften warnen vor Missbrauch in Tarifverhandlungen. Der Staat verzichtet auf bis zu 2,8 Milliarden Euro Steuern. Zur Gegenfinanzierung soll die Tabaksteuer erhöht werden.



