Trump kündigt nach gescheiterten Verhandlungen Gegenblockade der Straße von Hormus an
Nach dem vorläufigen Scheitern der Verhandlungen über eine Waffenruhe mit dem Iran hat US-Präsident Donald Trump eine drastische Maßnahme angekündigt. Die US-Marine werde eine Gegenblockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus errichten und allen Schiffen die Einfahrt oder das Verlassen der Meerenge versperren. Dies teilte der 79-jährige Präsident auf seiner Plattform Truth Social mit.
Iranische Kontrolle als "weltweite Erpressung" bezeichnet
Der Iran hatte nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe Ende Februar die Straße von Hormus praktisch blockiert, durch die etwa ein Fünftel des weltweit geförderten Rohöls transportiert wird. Zwar lässt Teheran inzwischen wieder einige Schiffe passieren, beansprucht jedoch die Kontrolle über die Auswahl der Schiffe und ihrer Ladung. Trump bezeichnete dieses Vorgehen als "weltweite Erpressung" und betonte, dass sich "die Staatsführer – insbesondere die der Vereinigten Staaten von Amerika – niemals erpressen lassen" würden.
Der US-Präsident begründete seine Entscheidung mit den Behauptungen der iranischen Führung, wonach "irgendwo eine Mine sein könnte", von der aber niemand etwas wisse außer den Mullahs. Als Reaktion darauf habe er die Marine angewiesen, "jedes Schiff in internationalen Gewässern zu suchen und zu beschlagnahmen, das eine Gebühr an den Iran entrichtet hat". Trump machte deutlich: "Niemand, der eine illegale Maut bezahlt, wird eine sichere Passage auf hoher See haben."
Drohungen mit Vergeltung und "Hölle" für Angreifer
In seinen Äußerungen ging Trump noch weiter und drohte mit massiver Vergeltung, sollte ein Schiff durch den Iran unter Beschuss geraten. "Jeder Iraner, der auf uns oder auf friedliche Schiffe schießt, wird zur Hölle gejagt", schrieb der Präsident. Diese scharfe Rhetorik nährt erhebliche Zweifel daran, ob die Anfang der Woche mit Blick auf die Verhandlungen vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe in der Region aufrechterhalten werden kann.
Verhandlungen in Pakistan gescheitert
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran waren am späten Samstagabend (MEZ) in Pakistan gescheitert. Trump erklärte, er sei "vollständig" von US-Vizepräsident JD Vance und dem Verhandler-Team über das Scheitern informiert worden, das unter der "freundlichen und sehr kompetenten Führung" Pakistans stattgefunden habe.
Irans Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei hatte zuvor eine Atmosphäre des Misstrauens beanstandet, die eine Einigung verhindert habe. Trump widersprach dieser Darstellung und betonte, seine Verhandler seien "sehr freundlich und respektvoll" gewesen. Die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Verhandlungsparteien unterstreichen die tiefen Gräben zwischen Washington und Teheran.
Die angespannte Situation in der Region bleibt damit weiterhin höchst explosiv. Die angekündigte vollständige Blockade der Straße von Hormus durch die US-Marine könnte erhebliche Auswirkungen auf den globalen Ölhandel haben und die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten weiter verschärfen.



