Eskalation im Nahen Osten: Trump droht Iran mit verheerenden Konsequenzen
Die Lage im Iran-Konflikt bleibt äußerst angespannt, nachdem US-Präsident Donald Trump dem Iran erneut schwere Konsequenzen angedroht hat. Auf seiner Plattform Truth Social warnte Trump das Kriegsgegner-Land eindringlich davor, Verhandlungen zu verweigern. Sollte keine Einigung zustande kommen, würden die Folgen nach Trumps Worten „nicht schön“ ausfallen. Der Iran müsse ernsthaft an den Gesprächen teilnehmen, es gebe keinen Weg zurück.
Verhandlungen im Geheimen - Wer spricht mit wem?
Wer für die Konfliktparteien jeweils mit wem verhandelt, ist weiterhin völlig unklar. Trump hatte am Montag zwar weitere hoffnungsvolle Gespräche angekündigt und gleichzeitig angeordnet, Irans Energieinfrastruktur für fünf Tage nicht anzugreifen. Die politische und militärische Führung in Teheran dementiert jedoch bislang jegliche Verhandlungsbemühungen. Auf die iranische Darstellung reagierte Trump in Versalien mit einem deutlichen „Falsch!!!“.
Pakistans Außenminister Ishaq Dar bestätigte am Donnerstag Vermittlungsbemühungen seines Landes. In diesem Zusammenhang sei auch ein 15-Punkte-Plan der USA geteilt und vom Iran erwogen worden. Ähnliche Informationen waren bereits aus Ägypten gemeldet worden. Das Existieren dieses Verhandlungspapiers, das dem Iran zahlreiche Zugeständnisse abverlangt, hatte Spekulationen über einen möglichen Durchbruch bereits an diesem Wochenende befeuert.
Massive Raketenangriffe auf Israel und Golfstaaten
Während die diplomatischen Bemühungen andauern, setzt der Iran seine militärischen Gegenangriffe unvermindert fort. Am Donnerstagmorgen flogen binnen weniger Stunden mindestens sieben Wellen iranischer Raketenangriffe auf Israel. In zahlreichen Gebieten - darunter im Großraum Tel Aviv, in Jerusalem sowie im Norden des Landes - gab es Raketenalarm. Nach Angaben von Armee und Rettungskräften kam es an mehreren Orten zu Einschlägen mit Berichten über Verletzte in Tel Aviv und einer arabischen Ortschaft östlich der Küstenmetropole.
Die Gewalt erreichte auch die Golfregion: In der emiratischen Hauptstadt Abu Dhabi wurden zwei Menschen durch herabfallende Trümmerteile einer Rakete getötet. Weitere Golfstaaten wie Kuwait, Saudi-Arabien und Jordanien meldeten erneuten Beschuss auf ihr Territorium.
Israel meldet Tötung iranischen Marine-Kommandeurs
Israel reagierte seinerseits mit einem gezielten Schlag: Verteidigungsminister Israel Katz teilte mit, die Armee habe Admiral Aliresa Tangsiri, den Marine-Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, „ausgeschaltet“ zusammen mit hochrangigen Offizieren des Marinekommandos. Tangsiri sei der unmittelbar Verantwortliche für Terroroperationen des Verminens und der Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus für die Schifffahrt gewesen.
Aus dem Iran gab es dazu zunächst keine offizielle Bestätigung. Stattdessen wurde mitgeteilt, dass seit Beginn der Luftangriffe der USA und Israels mehr als 1.900 Menschen getötet worden seien. Unter den Opfern befänden sich 240 Frauen und mehr als 200 Kinder, wie der stellvertretende Gesundheitsminister Ali Dschafarian dem arabischen Sender Al Jazeera mitteilte.
Skepsis in Teheran und Warnungen vor weiterer Eskalation
In der iranischen Hauptstadt Teheran herrscht vor dem Hintergrund der betonten Verhandlungsbereitschaft der USA vor allem Skepsis. Viele in der Führung fürchten, Washington wolle von möglichen militärischen Plänen ablenken - etwa für einen Einsatz auf der Ölinsel Charg im Persischen Golf oder in der für den globalen Öl- und Gashandel zentralen Straße von Hormus. Diese Haltung rührt auch daher, dass die USA und Israel ihre Angriffe begannen, als eigentlich weitere Gespräche zwischen Teheran und Washington über das iranische Atomprogramm erwartet worden waren.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi warnte laut der Nachrichtenagentur Isna „alle Länder“, dass das Eindringen ausländischer Streitkräfte in den Bereich der Straße von Hormus nur zu weiteren militärischen Spannungen führen werde. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf, der als eine der wichtigsten verbliebenen Figuren des iranischen Machtapparats gilt, warnte auf X vor einer möglichen „Besetzung einer iranischen Insel“ durch „Feinde“ mit Unterstützung eines Staates in der Region. Sollte es dazu kommen, müsse dieses Land mit Angriffen auf seine gesamte kritische Infrastruktur rechnen.
Pakistan setzte sich Sicherheitskreisen zufolge für den Schutz von Ghalibaf und Araghtschi ein. Vor einer möglichen Einigung in der zweiten Aprilhälfte könnten demnach mehrere Gesprächsrunden nötig sein. US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt äußerte zwar, es gebe „produktive“ Gespräche auf diplomatischer Ebene, betonte aber gleichzeitig, dass Trump trotz der Verhandlungen bereit sei, „die Hölle im Iran losbrechen zu lassen“.



