Trump droht mit Nato-Austritt: Bezeichnet Bündnis als 'Papiertiger'
US-Präsident Donald Trump und sein Außenminister Marco Rubio haben erneut den Austritt der Vereinigten Staaten aus der Nato angedroht. In einem exklusiven Gespräch mit der britischen Zeitung The Telegraph bezeichnete Trump das Verteidigungsbündnis als "Papiertiger" und stellte dessen Nutzen für die USA grundlegend infrage.
Rubio unterstützt Trumps Position
Außenminister Marco Rubio äußerte sich in einem Interview mit Fox News ähnlich kritisch. "Ich denke, dass es leider keinen Zweifel gibt, dass wir nach Abschluss dieses Konflikts diese Beziehung neu bewerten müssen", sagte Rubio laut Transkript seines Ministeriums. Er betonte, dass die US-Regierung den Wert der Nato für die nationale Sicherheit überprüfen werde, wobei die endgültige Entscheidung beim Präsidenten liege.
Scharfe Kritik an Nato-Partnern
Die US-Regierung übt seit Wochen massive Kritik an der aus ihrer Sicht unzureichenden Unterstützung der Nato-Verbündeten im Iran-Krieg. Konkrete Streitpunkte sind:
- Die Nutzung militärischer Stützpunkte durch die USA
- Mangelnde Hilfe in der Krise um die strategisch wichtige Straße von Hormus
- Fehlende Solidarität bei militärischen Operationen
Trump zeigte sich im Telegraph-Interview erfreut über Rubios klare Worte und unterstützte dessen Position nachdrücklich.
Artikel 5 nicht anwendbar
Ein zentraler Aspekt der Debatte ist die gegenseitige Beistandspflicht nach Artikel 5 des Nato-Vertrags. Dieser verpflichtet die Mitgliedsstaaten zum militärischen Beistand im Falle eines Angriffs auf ein Bündnismitglied. Der von den USA und Israel begonnene Iran-Krieg fällt jedoch nicht unter diese Klausel, da es sich nicht um einen Verteidigungsfall handelt.
Diese rechtliche Unterscheidung verschärft die Spannungen innerhalb des Bündnisses, da europäische Partner sich zurückhalten und auf diplomatische Lösungen drängen. Die unterschiedlichen Positionen könnten langfristige Auswirkungen auf die transatlantischen Beziehungen haben.



