Iran-Krieg: Trump sieht Einigung in Sicht und droht erneut mit Bombardierung
Trump: Iran-Einigung nah – neue Drohungen und Hisbollah-Angriff

Washington/Teheran – US-Präsident Donald Trump hat sich optimistisch über eine Einigung im Krieg mit dem Iran geäußert. In einem Interview mit dem Sender PBS erklärte er, ein Deal könne in den kommenden Tagen erreicht werden. Gleichzeitig drohte Trump dem Iran erneut: Falls keine Einigung zustande komme, müsse man wieder damit beginnen, den Iran „in Grund und Boden zu bombardieren“.

Der Iran wies Berichte über eine bevorstehende Einigung als überzogen zurück. Ein US-Verhandlungsvorschlag werde geprüft. Laut CNN soll der Iran den pakistanischen Vermittlern voraussichtlich noch heute seine Antwort übergeben.

Israel greift Hisbollah-Kommandeur in Beirut an

Unterdessen hat die israelische Luftwaffe erstmals seit Beginn einer Waffenruhe mit der proiranischen Hisbollah-Miliz vor drei Wochen wieder einen Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Ziel war ein ranghoher Kommandeur der Radwan-Einheit der Hisbollah. Nach israelischen Angaben wurden der Kommandeur Malek Balut, sein Stellvertreter sowie weitere Kämpfer getötet. Hisbollah-Kreise bestätigten den Tod eines Kommandeurs.

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Der Krieg im Libanon ist eng mit dem Iran-Krieg verbunden, da der Iran der wichtigste Unterstützer der Hisbollah ist. Ob der Angriff die Verhandlungen beeinflusst, blieb zunächst unklar.

Trump: Einigung vor China-Reise möglich

Trump sagte dem Sender PBS, eine Einigung könne möglicherweise noch vor seiner für nächste Woche geplanten China-Reise zustande kommen. Man sei „sehr nah dran“. Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus bezeichnete er die jüngsten Gespräche als „sehr gut“ und sagte: „Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir einen Deal machen werden.“

Warten auf iranische Reaktion

Das Weiße Haus wartet laut Medienberichten auf eine Reaktion Irans auf eine einseitige Absichtserklärung mit 14 Punkten. Ziel ist es, einen Rahmen für zunächst 30-tägige Verhandlungen zu schaffen, um den Krieg zu beenden. Diskutiert werden unter anderem eine Lockerung der US-Sanktionen sowie Vereinbarungen zur Zukunft der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Zudem soll eine Grundlage für Atomverhandlungen geschaffen werden.

Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai hatte Berichte über eine kurz bevorstehende Einigung als überzogen zurückgewiesen.

Trump: Iran darf keine Atomwaffen haben

Bei der US-Forderung nach einer Einschränkung des iranischen Atomprogramms sieht Trump Bewegung. Der Iran habe zugesichert, keine Atomwaffen anzustreben. „Iran darf keine Atomwaffe haben, und sie haben dem zugestimmt“, sagte Trump. Eine aktuelle Bestätigung aus Teheran gab es nicht. Die iranische Führung betont seit Jahren, dass das Atomprogramm rein zivil sei.

Trump sagte weiter, Teheran habe auch bei anderen Punkten zugestimmt, ließ aber offen, welche. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte, oberstes Ziel bleibe die vollständige Entfernung des hoch angereicherten Urans aus dem Iran und der Abbau seiner Anreicherungskapazitäten.

Der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer Mohammed Bagher Ghalibaf schien sich über Trumps Optimismus lustig zu machen. Auf X schrieb er, die Operation Vertrauen sei gescheitert, nun gehe es wieder um den Modus der Täuschung.

USA setzen iranischen Tanker außer Gefecht

Die Spannungen um die Straße von Hormus halten an. Das US-Militär griff einen unter iranischer Flagge fahrenden, unbeladenen Öltanker an und setzte ihn außer Gefecht. Ein US-Kampfflugzeug feuerte mehrere Schüsse auf das Schiff ab, nachdem es Warnungen der USA ignoriert habe, dass es die Seeblockade verletze, teilte das Regionalkommando Centcom mit. Der Tanker habe sich in Richtung eines iranischen Hafens am Golf von Oman bewegt.

„Die US-Blockade gegen Schiffe, die versuchen, iranische Häfen anzulaufen oder zu verlassen, bleibt in vollem Umfang in Kraft“, betonte das US-Militär.

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Projekt Freiheit ausgesetzt

Trump hatte am Dienstagabend überraschend angekündigt, den US-Einsatz für eine sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus („Projekt Freiheit“) „für kurze Zeit“ auszusetzen, um ein Abkommen mit dem Iran zu prüfen. Nach gegenseitigen Angriffen in der Meerenge waren Befürchtungen gewachsen, die seit einem Monat geltende Waffenruhe könnte scheitern. Die Straße von Hormus ist für die Weltwirtschaft wegen der Exporte von Öl und Flüssiggas aus den Golfstaaten von entscheidender Bedeutung. Der Iran hat die Schifffahrt dort seit Kriegsbeginn mit Angriffen und Drohungen praktisch zum Erliegen gebracht.