Die Benzinpreise in den Vereinigten Staaten haben den höchsten Stand seit 2022 erreicht. Grund dafür ist die doppelte Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus, die auf den eskalierenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran unter Präsident Donald Trump zurückgeht. Die Kraftstoffkosten steigen kontinuierlich und belasten die Verbraucher zunehmend.
Höchste Preise seit Jahren
Laut aktuellen Daten des Automobilclubs AAA kostet ein Gallone Normalbenzin im landesweiten Durchschnitt rund 4,50 US-Dollar. In Kalifornien, dem bevölkerungsreichsten Bundesstaat, liegen die Preise sogar bei über 5,50 US-Dollar. Dies sind die höchsten Werte seit dem Sommer 2022, als die Inflation und der Ukraine-Krieg die Energiepreise in die Höhe trieben. Analysten erwarten einen weiteren Anstieg, falls die Spannungen im Nahen Osten anhalten.
Auswirkungen auf die Wirtschaft
Die steigenden Spritpreise haben weitreichende Folgen für die US-Wirtschaft. Transportkosten verteuern sich, was sich auf nahezu alle Güter auswirkt. Experten warnen vor einer neuen Inflationswelle. „Die hohen Benzinpreise sind ein Bremsklotz für die Konjunktur“, sagt Ökonom Michael Feroli von der JPMorgan Chase Bank. „Sie schmälern die Kaufkraft der Verbraucher und dämpfen das Wirtschaftswachstum.“
Zweifel an Trumps Wirtschaftskompetenz
In Umfragen geben immer mehr Amerikaner an, dass sie an der wirtschaftlichen Kompetenz von Präsident Trump zweifeln. Während Trump den Irankrieg als notwendig zur Sicherung der nationalen Interessen verteidigt, sehen viele Bürger die steigenden Lebenshaltungskosten als direkte Folge seiner Politik. Die Zustimmungswerte zur Wirtschaftspolitik des Präsidenten sind zuletzt deutlich gesunken.
Die Blockade der Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öltransports erfolgt, hat die Ölpreise international in die Höhe getrieben. Die USA versuchen zwar, mit strategischen Ölreserven gegenzusteuern, doch die Wirkung ist begrenzt. „Solange der Konflikt anhält, werden die Preise hoch bleiben“, prognostiziert Energieexperte John Kilduff vom Hedgefonds Again Capital.
Die Bundesregierung in Washington prüft derzeit weitere Maßnahmen, um die Bürger zu entlasten. Dazu gehören Steuersenkungen auf Benzin und die Freigabe zusätzlicher Ölreserven. Ob diese Schritte ausreichen, bleibt abzuwarten. Klar ist: Die Zeit der günstigen Spritpreise in den USA ist vorerst vorbei.



