Weißes Haus relativiert iranische Angriffe auf Handelsschiffe
Nach mehreren Angriffen iranischer Kräfte auf Frachtschiffe in der strategisch wichtigen Straße von Hormus hat das Weiße Haus die Bedeutung dieser Vorfälle deutlich heruntergespielt. Karoline Leavitt, Sprecherin des Weißen Hauses, äußerte sich in einem Interview mit dem Sender Fox News zu den jüngsten Entwicklungen und wies Vorwürfe zurück, der Iran habe damit gegen die vereinbarte Waffenruhe verstoßen.
Leavitt: Medien berichten einseitig und aufbauschend
Die Sprecherin kritisierte scharf die Berichterstattung verschiedener Medien, die ihrer Ansicht nach das Thema unnötig aufbauschen würden. „Die Medien versuchen hier, die erfolgreiche Zerstörung der iranischen Marine durch das US-Militär in Frage zu stellen“, erklärte Leavitt. Sie betonte, dass bei den angegriffenen Schiffen weder US-amerikanische noch israelische Flaggen gehisst gewesen seien, weshalb aus ihrer Sicht kein Verstoß gegen die Waffenruhe vorliege.
Laut Leavitt handelte es sich bei den Angriffen um Attacken von Schnellbooten auf Frachter. „Der Iran hat sich von der tödlichsten Marine im Nahen Osten zu einer Bande von Piraten gewandelt“, urteilte die Sprecherin des Weißen Hauses. Gleichzeitig stellte sie klar, dass Teheran keine Kontrolle über die wichtige Wasserstraße ausübe.
Mehrere Vorfälle in der Straße von Hormus gemeldet
Die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt hatte zuvor über einen schweren Vorfall berichtet, bei dem ein Containerschiff durch die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) beschossen und erheblich beschädigt worden sei. Kurz darauf meldete die Behörde einen weiteren Zwischenfall in derselben Region.
Die iranischen Streitkräfte reklamierten indes drei separate Angriffe auf Frachtschiffe für sich. Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Meerengen für den globalen Gas- und Ölhandel, deren uneingeschränkte Nutzung zu den zentralen Forderungen der USA an den Iran gehört.
Trumps Bedingungen für Waffenruhe bleiben bestehen
US-Präsident Donald Trump hatte die Öffnung der Straße von Hormus durch den Iran zuvor zur wesentlichen Bedingung für eine Waffenruhe gemacht. Seit Kriegsbeginn ist der Schiffsverkehr durch diese strategische Passage stark eingeschränkt, was erhebliche Auswirkungen auf den internationalen Handel hat.
Trotz der Verlängerung der Waffenruhe hat Trump deutlich gemacht, dass die USA an ihrer Seeblockade festhalten werden. Diese Blockade betrifft speziell Schiffe, die aus iranischen Häfen kommen oder diese ansteuern. Die jüngsten Vorfälle werfen Fragen nach der Stabilität der vereinbarten Waffenruhe und der Sicherheit des Schiffsverkehrs in der Region auf.
Die Situation bleibt angespannt, während internationale Beobachter die Entwicklung genau verfolgen. Die unterschiedlichen Darstellungen der Vorfälle zwischen den USA, dem Iran und unabhängigen Behörden unterstreichen die komplexe Sicherheitslage in dieser für den Welthandel kritischen Region.



