Hannover/Ruhrgebiet – Friedliches Oldtimer-Treffen im Norden, polizeibegleitete Tuner-Odyssee im Westen: Der 1. Mai zeigt, wie unterschiedlich Autotreffen in Deutschland ablaufen können.
Käfer-Idylle in Hannover
Hunderte VW-Käfer und Bullis rollten in Hannover auf das Messegelände. Ihre Motoren rasselten, der Duft von Benzin lag in der Luft. Glänzend poliert und liebevoll gepflegt sorgten die Kult-Klassiker für echtes Nostalgie-Feeling. Das „MaiKäfertreffen“ fand bereits zum 43. Mal statt. Seit 1983 ist es ein fester Termin für Fans klassischer Volkswagen und zählt zu den größten Treffen dieser Art. Bei strahlendem Sonnenschein wurde gefachsimpelt, fotografiert und gehandelt. Ein Teilemarkt lockte Bastler, bei einem Wettbewerb wurden die schönsten Fahrzeuge ausgezeichnet. Die Stimmung entspannt, die Fans zufrieden.
VW-Bus-Oldies ebenfalls dabei
Auch viele frisch polierte VW-Bus-Oldies wurden in Hannover stolz präsentiert. Die Besitzer zeigten ihre liebevoll restaurierten Fahrzeuge und tauschten sich über Restaurierungstipps aus. Ein Besucher schwärmte: „Das ist wie eine Reise in die Vergangenheit.“
Ruhrgebiet: Tuner auf Wanderschaft
Ganz anders lief es nur wenige Stunden später im Ruhrgebiet ab: In der Nacht vom 1. auf den 2. Mai wollten zwei bekannte Tuning-Communitys ein großes Treffen mit rund 500 Fahrzeugen organisieren. Doch daraus wurde eine echte Standort-Odyssee. Die Szene nutzt für solche Events oft große, frei zugängliche Parkplätze – allerdings häufig ohne Genehmigung der Eigentümer. In der Vergangenheit kam es dabei immer wieder zu Problemen wie illegalen Rennen, Lärm oder Müll. Die Veranstalter betonen jedoch, dass sie sich davon distanzieren und seit rund zwei Jahren an einem besseren Verhältnis zur Polizei arbeiten.
Erster Versuch in Dortmund scheitert
Auf dem Parkplatz vor der Metro im Dortmunder Westen griff die Polizei schnell durch. Noch bevor alle Autos da waren, wurde das Gelände gesperrt. Per Social Media wurde kurzfristig ein neuer Treffpunkt in Castrop-Rauxel verbreitet. Doch auch hier hatte die Polizei Wind davon bekommen: Der Parkplatz wurde noch vor Beginn geschlossen. Die Folge: Frust und Unverständnis bei vielen Tunern.
Erst auf Schalke läuft’s!
Erst in Gelsenkirchen, auf einem Parkplatz an der VELTINS-Arena, ließ die Polizei das Treffen zu. Rund 500 Fahrzeuge kamen zusammen. Die Beamten beobachteten lediglich. Die Lage blieb entspannt. Keine großen Zwischenfälle, keine Rennen, nur vereinzelte aufheulende Motoren. Am Ende wurde sogar Müll eingesammelt. Nach Angaben der Community „fullsend.nrw“ bemühen sich die Organisatoren seit Längerem um ein besseres Image. „Wir wollen einfach einen entspannten Abend verbringen, ohne jemanden zu stören“, heißt es. Seit rund zwei Jahren arbeite man daran, das Vertrauen der Polizei zurückzugewinnen.
Hintergrund sind frühere Vorfälle, bei denen solche Treffen immer wieder aus dem Ruder liefen – mit illegalen Rennen, Lärm, Feuerwerk und sogar Angriffen auf Einsatzkräfte. Diesmal aber zeigte sich: Es geht offenbar auch anders, wenn man sie lässt.



