Washington, D.C. – Einen Tag nach dem versuchten Attentat im Hilton Hotel hat US-Präsident Donald Trump (79) sein erstes Interview nach den schockierenden Minuten beim Korrespondenten-Dinner gegeben. Trump sprach über die ersten Sekunden nach den Schüssen, seine Frau Melania (56) – und griff dann eine Journalistin verbal an.
Trump hielt Secret Service zurück
Trump sprach im Weißen Haus mit Norah O'Donnell vom US-Sender CBS, das Interview für die Sendung „60 Minutes“ wurde am Sonntagabend (Ortszeit) ausgestrahlt. Er über die Momente nach den Schüssen: „Ich hatte keine Angst. Ich verstehe das Leben. Wir leben in einer verrückten Welt.“ First Lady Melania Trump aber sei verängstigt gewesen: „Nun, ich will es nicht sagen, und die Leute hören es auch nicht gern, wenn man ihnen sagt, dass sie Angst hatten. Aber natürlich, ich meine, wer hätte das nicht, wenn man in so einer Situation steckt?“
Er habe es den Agenten des Secret Service nicht einfach gemacht, ihn aus dem Saal zu bringen. „Ich wollte sehen, was da vor sich ging, und ich habe es ihnen nicht gerade leicht gemacht. Ich wollte wissen, was los war. Und zu diesem Zeitpunkt wurde uns langsam klar, dass es sich vielleicht um ein ernstes Problem handelte, um eine andere Art von Problem, ein schlimmes. Und anders als der normale Lärm in einem Ballsaal, den man ja ständig hört. Und – ich war von tollen Leuten umgeben. Und ich habe sie wahrscheinlich dazu gebracht, etwas langsamer zu handeln. Ich sagte: 'Moment mal, Moment mal. Lasst mich mal sehen. Moment mal.'“
„Ihr seid schreckliche Menschen“
Als O'Donnell das Manifest des mutmaßlichen Schützen anspricht, wird Trump plötzlich ausfallend. Darin findet sich eine Hass-Tirade, die sich mutmaßlich gegen ihn richtet: „Ich bin nicht länger bereit, zuzulassen, dass ein Pädophiler, Vergewaltiger und Verräter meine Hände mit seinen Verbrechen befleckt“, schrieb Cole Tomas Allen (31). Auch Trump selbst scheint sich angesprochen zu fühlen, sagt: „Na ja, ich habe darauf gewartet, dass ihr das lest, weil ich wusste, dass ihr das tun würdet, denn ihr seid, ihr seid, ihr seid schreckliche Menschen. Schreckliche Menschen. Ja, das hat er geschrieben. Ich bin – ich bin kein Vergewaltiger. Ich habe niemanden vergewaltigt.“
Dann teilt er direkt gegen O'Donnell aus, nennt sie „eine Schande“. Trump: „Sie sollten das nicht bei '60 Minutes' vorlesen. Aber machen Sie weiter. Lassen Sie uns das Interview zu Ende bringen.“



