Die Asiatische Hornisse, eine invasive Art aus Südostasien, breitet sich rasant in Deutschland aus und hat nun auch Sachsen-Anhalt erreicht. Nach ersten Sichtungen wurden bereits Nester entdeckt, etwa in Colbitz bei Magdeburg. Das Landesamt für Umweltschutz bestätigte den Fund. Zuvor gab es im Osten Deutschlands nur einen gesicherten Nachweis in Berlin. Die Tiere legen pro Jahr bis zu 78 Kilometer zurück und profitieren vom milderen Klima, das ihnen die Ansiedlung erleichtert.
Warum breitet sich die Asiatische Hornisse aus?
Seit ihrem ersten Auftreten in Deutschland hat sich die Asiatische Hornisse nahezu flächendeckend verbreitet. Hauptgrund ist der Klimawandel: Mildere Winter begünstigen die Etablierung der wärmeliebenden Art. Zudem findet sie hier ideale Lebensbedingungen und hat kaum natürliche Feinde. Seit 2016 steht die Art auf der EU-Liste invasiver Arten. Besonders gefährdet sind Bienenstöcke, da die Hornissen gezielt vor den Eingängen lauern oder sogar eindringen. Sichtungen sollten daher den Behörden gemeldet werden.
Was tun bei einer Sichtung?
Wer eine Asiatische Hornisse in Sachsen-Anhalt entdeckt, kann sie dem Landesamt für Umweltschutz melden. Ein Foto zur Bestätigung ist unbedingt erforderlich. Auch der Naturschutzbund (NABU) nimmt Meldungen über eine Web-App entgegen. Die Nester befinden sich häufig hoch in Baumwipfeln, in Hecken, unter Dachüberständen oder in der Nähe von Gewässern. Die Völker können mehrere tausend Tiere umfassen.
Gefahr für Menschen und Tiere
Entgegen der landläufigen Meinung sind Asiatische Hornissen nicht aggressiver als heimische Europäische Hornissen. Sie verhalten sich friedlich und defensiv, solange man sich nicht in der Nähe ihrer Nester aufhält. Bei Bedrohung können sie jedoch zustechen. Ihr Stich ist nicht giftiger als der einer Honigbiene, wird aber aufgrund des enthaltenen Acetylcholins und des längeren Stachels oft als schmerzhafter empfunden. Für Allergiker kann er dennoch gefährlich werden. Wirtschaftliche Schäden verursacht die Art vor allem in der Imkerei und im Obstanbau.
Verwechslung mit der Riesenhornisse
Häufig wird die Asiatische Hornisse mit der Asiatischen Riesenhornisse verwechselt, die wegen ihrer Größe und ihres schmerzhaften Stichs als „Killer-Hornisse“ bekannt ist. Diese Art wurde in Deutschland jedoch noch nie nachgewiesen. Während die Riesenhornisse bis zu 5,5 Zentimeter groß wird und einen schwarz-orangen Körper hat, ist die Asiatische Hornisse mit 17 bis 30 Millimetern deutlich kleiner und dunkler gefärbt, mit gelben Beinspitzen. In Nordamerika gab es vereinzelte Sichtungen, die aber erfolgreich bekämpft wurden. In Deutschland besteht derzeit keine Gefahr durch die Riesenhornisse.



