Buckelwal kehrt zurück in die Nordsee: Hoffnung auf ein Happy End
Buckelwal zurück in Nordsee: Hoffnung auf Happy End

Nach wochenlangen Bemühungen und einer emotionalen Achterbahnfahrt ist der Buckelwal, der in der Ostsee mehrfach gestrandet war, wieder in der Nordsee unterwegs. Das Schicksal des Meeressäugers hatte Menschen im ganzen Land bewegt und sogar zu Morddrohungen gegen Experten geführt.

Die Odyssee des Wals

Anfang März tauchte der Wal, der von vielen „Timmy“ oder „Hope“ genannt wurde, erstmals in der Ostsee auf und strandete nahe Timmendorfer Strand. Trotz eines ersten Rettungsversuchs, bei dem eine Fahrrinne gebaggert wurde, schwamm sich das Tier kurze Zeit später erneut fest, zuletzt vor der Insel Poel. Ein Gutachten kam zu dem Schluss, dass dem Tier nicht mehr zu helfen sei. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus entschied daraufhin, den Wal seinem Schicksal zu überlassen. Doch nach starkem öffentlichen Druck ließ er eine privat finanzierte Rettungsaktion zu.

Ein Medienspektakel

Die Rettungsaktion entwickelte sich zu einem weltweiten Medienspektakel. Reporter aus aller Welt reisten an, Livestreams im Internet verfolgten Zehntausende. Jede Regung des Tieres wurde kommentiert. Menschen organisierten sich in Chatgruppen und campierten vor Ort. „Wir haben Tausende E-Mails geschrieben, wir haben versucht, in die Wege zu leiten, was ging“, berichtete eine Zuschauerin.

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Doch nicht alle blieben friedlich: Online gab es Anfeindungen bis hin zu Morddrohungen gegen Wissenschaftler, die dem Wal keine Überlebenschance einräumten. Politikern und Behörden wurde Untätigkeit vorgeworfen. Ein Zuschauer kritisierte: „In die Ukraine werden Millionen geschickt, und wenn so ein Wal hier liegt, müssen erst private Investoren kommen.“

Minister Backhaus zeigt sich bewegt

Umweltminister Backhaus war in diesen Wochen Dauergast auf Poel, gab zahlreiche Interviews und verbrachte sogar Nächte bei dem Wal. Er zeigte sich sichtlich bewegt: „Wenn man ihm, dem Hope, in die Augen geschaut hat und kommuniziert hat, und er mir das Gefühl gegeben hat, dass er mich akzeptiert, dann vergisst man das nie. Er ist hochintelligent.“

Die Rettung gelingt

Der erste Versuch vor Poel scheiterte, obwohl sich der Wal zunächst freischwamm. Doch am Ende klappte es: Das Tier schwamm in eine Barge, die per Schlepper in die Nordsee gezogen wurde. Am Samstagmorgen schwamm „Hope“ allein in die Nordsee, pustete eine Fontäne in die Luft und tauchte ab.

Ungewisse Zukunft

Ob der Wal nun Anschluss an eine Herde findet, zu geschwächt ist und ertrinkt oder erneut strandet, ist ungewiss. Die Hoffnung stirbt bei vielen zuletzt. Die Geschichte des Wals hat gezeigt, wie sehr ein Tier die Menschen bewegen kann – und wie kontrovers die Diskussionen um seine Rettung waren.

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