In den größten Städten Mecklenburg-Vorpommerns haben die Bürgermeisterwahlen ein erstes Stimmungsbild für die Landtagswahl im September geliefert. Der CDU-Kandidat Sebastian Ehlers hat die Stichwahl zum Oberbürgermeister von Schwerin gewonnen. In der Landeshauptstadt entfielen 54 Prozent der Stimmen auf ihn. Seine Kontrahentin Mandy Pfeifer, die als Gemeinschaftskandidatin von SPD und Die Linke angetreten war, erhielt 46 Prozent.
Ehlers folgt auf Badenschier
Ehlers ist bisher Landtagsabgeordneter und war zuletzt als Stadtpräsident in der Schweriner Kommunalpolitik aktiv. Nun tritt er die Nachfolge des Ende 2025 vorzeitig zurückgetretenen SPD-Oberbürgermeisters Rico Badenschier an. Badenschier hatte neun Jahre lang die knapp 100.000 Einwohner zählende Landeshauptstadt geführt. Sein vorzeitiger Rücktritt war unter anderem auf schwerwiegende Differenzen mit der Stadtvertretung zurückzuführen.
SPD-Kandidat Junge gewinnt in Wismar
In Wismar setzte sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Junge in der Stichwahl klar gegen Manuela Medrow von der AfD durch. Junge erhielt 68,2 Prozent der Stimmen, während die AfD-Kandidatin nur 31,8 Prozent erreichte. Ein deutlicher Sieg Junges war erwartet worden, nachdem Medrow in der ersten Runde der Bürgermeisterwahl vor zwei Wochen lediglich 20,5 Prozent erzielt hatte. Junge hatte damals mit 42,1 Prozent gut doppelt so viele Stimmen wie Medrow erhalten.
Junge folgt im Amt des Bürgermeisters dem ebenfalls der SPD angehörenden Thomas Beyer nach. Beyer war nach 16 Jahren an der Verwaltungsspitze der rund 44.000 Einwohner zählenden Stadt nicht erneut angetreten.
Blick auf die Landtagswahl
Am 20. September wird in Mecklenburg-Vorpommern der Landtag gewählt. Die AfD liegt in aktuellen Umfragen zehn bis sogar 14 Punkte vor der SPD. Die Partei ist in Mecklenburg-Vorpommern fest etabliert und holte bei den Kommunalwahlen sowie der Bundestagswahl die meisten Stimmen. Deutschland diskutiert derzeit über einen möglichen Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt – doch die Lage in Mecklenburg-Vorpommern ist ebenso ernst. Wie SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sich durchsetzen will, lesen Sie hier.



