Wenn die Erinnerungen an die DDR verblassen
„Erzähl uns doch mal, wie das früher in der DDR war!“ Diese Frage kennen viele, die in den neuen Bundesländern aufgewachsen sind. Doch knapp 40 Jahre nach der Wende fällt es unserer Redakteurin zunehmend schwer, detailliert zu antworten. Zwar erinnert sie sich noch gut an das Lebensgefühl von damals, aber die konkreten Bilder werden blasser.
Fast doppelt so lange BRD-Bürgerin
Als die Mauer fiel, war sie 20 Jahre alt. Heute besitzt sie fast doppelt so lange einen bundesdeutschen Ausweis. „Im Herzen bin ich Ossi, aber die alten Bilder verblassen“, gesteht sie. Vielleicht liegt es daran, dass ihr Erwachsenenleben erst nach der Wiedervereinigung begann. Umso dankbarer ist sie für DDR-Museen, die sie in die Vergangenheit zurückkatapultieren.
Bedauern über weggeworfene Schätze
Unsere Redakteurin gehörte zu denen, die sich nach und nach von ihren DDR-Relikten trennten. Besonders schmerzt der Verlust ihrer Schallplatten, die sie wegwarf, als CDs in Mode kamen. „Das eine oder andere Teil hätte ich gerne behalten“, sagt sie. Glücklicherweise gibt es im Nordosten mehrere Museen, die diese Schätze bewahren.
Ein Ort der Erinnerung: Tutow
Für sie ist das DDR-Museum in Tutow, direkt an der A20, der beste Ort, um in die Vergangenheit einzutauchen. In einer riesigen Halle können Besucher auf Ost-Sofas Platz nehmen, imaginäre Kaffeeklatsche mit Mitropa-Geschirr veranstalten oder staunend vor Konsum-Regalen stehen. „Es gab eben doch mehr als eine Sorte Puddingpulver“, schmunzelt sie. Auch alte Technik ist reichlich zu sehen.
Sie rät jedem, der das Gefühl hat, die Erinnerungen an die DDR würden verblassen, einen solchen Ort zu besuchen. Ihre Kinder jedenfalls verstehen sie und ihre Schwärmereien nach solchen Ausflügen viel besser.



