Diese 6 DDR-Schulfächer prägten eine ganze Generation
Diese 6 DDR-Schulfächer prägten eine ganze Generation

Das Schulsystem der DDR unterschied sich grundlegend von dem heutigen. Neben der Vermittlung von Wissen stand die Erziehung im Sinne des sozialistischen Staates im Vordergrund. Zahlreiche Pflichtfächer, die es heute nicht mehr gibt, prägten den Schulalltag. Wir erinnern an sechs besondere Fächer, die die Kindheit in der DDR bestimmten.

1. Schulgartenunterricht: Lernen in der Natur

Bereits in den ersten vier Schuljahren verließen die Kinder das Klassenzimmer, um im Schulgarten zu arbeiten. Sie legten Beete an, säten Gemüse wie Möhren oder Radieschen, gossen die Pflanzen und ernteten schließlich die Früchte ihrer Arbeit. Der Unterricht war nicht benotet, sondern zielte auf Geduld, Verantwortungsbewusstsein und Teamarbeit ab. Heute gibt es Schulgärten nur noch selten als freiwillige Arbeitsgemeinschaften.

2. Russisch als erste Fremdsprache

Ab der fünften Klasse war Russisch Pflicht. Die Schüler lernten das kyrillische Alphabet, einfache Konversationen und Lieder. Ziel war nicht nur die Sprachkompetenz, sondern auch die Stärkung der ideologischen Bindung an die Sowjetunion. Heute dominiert Englisch als erste Fremdsprache, Russisch wird nur noch an wenigen Schulen angeboten.

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3. Einführung in die sozialistische Produktion (ESP)

Ab der siebten Klasse vermittelte ESP Grundlagen der Planwirtschaft, des Betriebsaufbaus und der Rolle der Arbeit im Sozialismus. Die Jugendlichen lernten, wie ein sozialistischer Betrieb funktioniert und welche Bedeutung die Arbeit für die Gesellschaft hatte. Technische und wirtschaftliche Themen ergänzten den Unterricht.

4. Produktive Arbeit (PA): Praxis im Betrieb

In der neunten oder zehnten Klasse folgte die praktische Umsetzung: Einmal pro Woche arbeiteten die Schüler in einem Partnerbetrieb, etwa einer LPG, einem VEB oder einem Kombinat. Sie halfen bei der Pflanzenpflege, Montage oder Verpackung und sammelten erste Arbeitserfahrungen. Heute ersetzen kurze Praktika oder Berufsorientierungstage diese verbindliche Praxisphase.

5. Staatsbürgerkunde: Politische Erziehung

Ebenfalls ab der siebten Klasse stand Staatsbürgerkunde auf dem Stundenplan. Das Fach vermittelte die sozialistische Ideologie, die Rolle der SED und die angeblichen Vorteile des Sozialismus. Kritische Diskussionen waren nicht erwünscht, das Fach wurde benotet. Heute gibt es politische Bildung in Fächern wie Sozialkunde, die jedoch pluralistischer ausgerichtet sind.

6. Wehrerziehung: Militärischer Pflichtunterricht

Ende der 1970er-Jahre kam die Wehrerziehung hinzu, meist ab der neunten Klasse. Die Jugendlichen erhielten militärisches Grundwissen, übten Disziplin und Verhalten im Gelände. Mehrtägige Wehrlager waren teilweise Pflicht. Ziel war die Vorbereitung auf den Wehrdienst und die Förderung der Loyalität gegenüber Staat und Armee. Heute gibt es keinen militärischen Pflichtunterricht mehr an Schulen.

Diese Fächer sind heute weitgehend verschwunden, doch viele ehemalige DDR-Schüler erinnern sich noch lebhaft an sie. Sie prägten nicht nur den Schulalltag, sondern auch die Kindheit einer ganzen Generation.

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