Ex-Soldat erinnert sich: Bau der Bootslorenbahn in Granzin vor 29 Jahren
Ex-Soldat erinnert sich an Bau der Bootslorenbahn (14.05.2026)

Ein ehemaliger Zeitsoldat erinnert sich an den Bau der Bootslorenbahn in Granzin und bedauert die ungewisse Zukunft der Anlage. Malte Johannson war im Frühjahr 1997 als junger Soldat dabei, als die Schienen für die Lore per Hand verlegt wurden. Heute ist er enttäuscht, dass die Bahn aufgrund von Munitionsfunden abgebaut werden muss und unklar ist, ob sie je wieder aufgebaut wird.

Ein Album voller Erinnerungen

Als Malte Johannson kürzlich einen Beitrag über die Bootslorenbahn im Nordkurier las, kamen die Erinnerungen zurück. Der heute 53-Jährige war damals 25 Jahre alt und in Neubrandenburg stationiert. „Ich hatte mich für 15 Jahre bei der Bundeswehr verpflichtet und war vier Jahre in Trollenhagen“, erzählt der Teterower. Seine Einheit war Patenkompanie des Nationalparkamtes und leistete im Frühjahr 1997 einen Arbeitseinsatz in Granzin. „Ich habe ein Album mit Fotos und Zeitungsbeiträgen erstellt. Als der Beitrag im Nordkurier erschien, habe ich es herausgeholt“, berichtet er.

Handarbeit für die Schienen

Zwei Wochen im April waren Johannson und zwölf weitere Soldaten damit beschäftigt, die Schienen für die Lore auf der Havelsandbank per Hand zu verlegen. „Das erste Stück ging nur per Hand. Aber dann nutzten wir die Lore für den Transport. Von Munitionsbelastung war damals keine Rede. Der Einsatz wurde vom Nationalpark geleitet“, sagt er. Die Soldaten waren nicht verpflichtet, sondern meldeten sich freiwillig. „Ich hatte ein Jahr zuvor beim Einbau eines Wehres mitgemacht. Mir hat das Spaß gemacht“, erinnert sich der 53-Jährige.

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Ungewisse Zukunft der Lorenbahn

Es überraschte ihn, nun zu lesen, dass die Zukunft der Lorenbahn ungewiss ist. Grund sind Munitionsfunde auf dem Gelände, das sich auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz der Sowjetarmee befindet. Um das Gebiet zu sondieren, müssen die Schienen abgebaut werden. Ob sie danach wieder verlegt werden, ist unklar. Als Alternative werden Handwagen für die mehr als 700 Meter lange Umtragestelle in Betracht gezogen.

Schienen aus Bremen

„Die Schienen und die Loren stammten von einer ausrangierten Torfbahn bei Bremen“, erzählt Johannson. 7500 Mark stellte der Landeskanuverband für die Aktion zur Verfügung, wie ein Zeitungsbeitrag in seinem Album zeigt. Er versteht nicht, warum eine ähnliche Aktion heute so kompliziert sein soll. „Das Material ist da. Und Freiwillige werden sich sicherlich wieder finden“, schätzt er ein. Trotz der Anstrengung, die 120 Kilogramm schweren Schienen zu tragen und auf mehr als 700 Metern zu verlegen, verbindet er nur gute Erinnerungen mit dem Einsatz.

Ausflüge mit der Familie

In den vergangenen Jahren ist Johannson mehrmals mit seiner Familie nach Granzin an die Havel gefahren und hat sich die Bootslore angeschaut. „Es war ersichtlich, dass die Schienen zwischenzeitlich neu verlegt worden waren. Sie hatten einen etwas anderen Verlauf als in meiner Erinnerung“, sagt er. Für ihn war es schön, den regen Betrieb an der Umtragestelle zu beobachten. „Die Leute haben wirklich Spaß“, hat er erlebt.

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