Das Rostocker Flussbad an der Warnow startet in die neue Saison – aber nur mit eingeschränkten Öffnungszeiten. Bereits im dritten Jahr in Folge ist das traditionsreiche Flussbad nur an heißen Sommertagen ab etwa 25 Grad für die Öffentlichkeit geöffnet. Das kündigt Uwe Richter an, Badleiter und Vorsitzender des Vereins Wassersport Warnow Rostock (WSW), der das Bad betreibt. Bei schlechtem Wetter bleibt das Bad geschlossen. Besucher müssen sich tagesaktuell auf der Internetseite des Flussbades informieren, ob geöffnet ist.
Streit um private Badestelle schwelt weiter
„In dem Streit hat sich nichts getan“, so Richter weiter. „Wir sind weiterhin die einzige Partei in diesem Konflikt, die diese Entscheidung für grundlegend falsch hält. Allerdings beschränken wir uns zur Zeit darauf, auf diese Gefahrenstelle regelmäßig hinzuweisen.“ Mit „Gefahrenstelle“ meint er eine knapp 100 Quadratmeter große private Badestelle des Angler- und Freizeitvereins Warnowinsel direkt gegenüber des Flussbades. Diese Badestelle war dem Verein 2024 vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) genehmigt worden. Richter sah daraufhin den Betrieb des Flussbades beeinträchtigt und war in einen Streik getreten. Er fordert weiter die Beseitigung dieser Badestelle.
Kein Streik mehr, sondern normale Öffnungszeiten?
Von Streik will Richter heute nicht mehr sprechen und erklärt die seit Beginn des Konflikts eingeschränkten Öffnungszeiten kurzum „zu unseren normalen Öffnungszeiten“. Unter 25 Grad würde es sich nicht lohnen, zu öffnen. „Uns ist es wichtig, wirtschaftlich schwarze Zahlen zu schreiben“, sagt er. Gleichzeitig spricht Richter von „Ernüchterung“ in Bezug auf den Streit und davon, dass er den „Rückhalt der Stadt Rostock nicht mehr spürt“. Ebenso beim weiter geschlossenen Flussbad-Bootsverleih. „Dieser Bootsverleih ist nicht gewünscht von der Oberbürgermeisterin. Sie hat gesagt, ihr reicht ein Verleih“, so Richter.
Verantwortung bei WSA und Stadt
Richter macht nach wie vor das WSA und auch die Hansestadt für die Situation mit der Badestelle des Anglervereins verantwortlich. Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke) hatte schon damals mit Unverständnis reagiert. Die Stadt habe in dieser Angelegenheit überhaupt keine Handhabe, sagte sie und kritisierte das Vorgehen von Richter. Auch Sven Meißner, Vorsitzender des zirka 80 Mitglieder zählenden Anglervereins Warnowinsel, kann die Argumentation Richters nicht nachvollziehen. „Unsere Badestelle beeinträchtigt in keiner Weise den Badebetrieb im Flussbad“, so Meißner.
Schwimm-Camps in den Ferien: Noch freie Plätze
Unterdessen finden die Schwimm-Camps weiter in den Sommerferien im Flussbad an der Warnow statt. „Und es gibt auch noch viele freie Plätze“, so Richter. Für Kinder ab fünf bis 14 Jahren wird in den Ferien-Camps eine Schwimmausbildung angeboten. Neben dem Schwimmunterricht gibt es vom 13. Juli bis 21. August ein buntes Programm mit Bastelangeboten und Sportspielen. „Die Anmeldung kann über unsere Vereinsseite wsw-rostock.de/anmeldung-schwimm-camp erfolgen. Dort sind auch umfangreiche Informationen zu den Schwimm-Camps vorhanden“, informiert Uwe Richter.



