In der Fröhlcke Mühle in Woldegk, auch als Seemühle bekannt, scheint die Zeit stillzustehen. Jede Etage des historischen Gebäudes entführt Besucher in eine längst vergangene Ära. Alte Möbel, verstaubte Schätze aus DDR-Zeiten und ein Trabant 600 zeugen vom Leben vergangener Generationen. Die Stadt Woldegk, mittlerweile Eigentümerin des Ensembles, plant nun eine Neubelebung.
Einblicke in die Vergangenheit
Bei einem Rundgang durch die Mühle und ihre Anbauten, zu denen ein Wohnhaus und ein Zwischenbau gehören, wird deutlich: Hier ist eine ordnende Hand dringend nötig. In den Räumen der ehemaligen Müllerwohnung, in der einst der Müller mit seinen sieben Kindern lebte, stehen alte Möbel, die sich hervorragend eignen würden, um die Wohnung wieder originalgetreu zu möblieren. Viele Gegenstände müssen jedoch unter fachkundiger Aufsicht entrümpelt werden, denn in Ecken, Schubladen und Regalen liegen wahre Schätze, die keinesfalls im Sperrmüll landen sollten.
Besondere Fundstücke
Zu den bemerkenswertesten Funden zählt ein völlig verstaubter Trabant 600. Daneben gibt es unzählige Kleinode aus DDR-Zeiten wie Sprelacart-Tische, alte gerahmte Fotos, Grabplatten, Werkzeuge und Holzbalken. Diese Gegenstände haben Potenzial für einen Flohmarkt, müssten aber gereinigt und aufbereitet werden. „Es wäre einfach schade, alles in den Müll zu werfen“, sagt Dana Skierke, die die Mühle besichtigte.
Pläne für die Zukunft
Die Stadt Woldegk hat konkrete Vorstellungen für die künftige Nutzung des Seemühlen-Ensembles. Geplant ist, die Müllerwohnung im unteren Bereich der Mühle wieder zu einer Wohnstätte zu machen. Jan Bauditz, Vorsitzender des Mühlenvereins Mecklenburg-Vorpommern, betont: „Dieser einmalige Zustand sollte bei der Planung einer Heimatstube berücksichtigt werden.“
Im Mittelteil zwischen Mühle und Wohnhaus könnte eine Heimatstube entstehen, die die ehemalige Müllerwohnung integriert. Zudem gibt es Überlegungen, das Mühlenarchiv des Mühlenvereins dort unterzubringen. Die Mühle selbst wieder zum Kornmahlen zu nutzen, ist hingegen nicht vorgesehen.
Geschichte der Mühle
Die Fröhlcke Mühle wurde 1888 erbaut und produzierte bis Anfang der 1960er Jahre. Danach diente sie nur noch als private Gebäudeanlage mit Wohnungen. Es handelt sich um eine runde Galerieholländermühle mit einem steinernen geteerten Rumpf und einer drehbaren geschweiften Haube. Im zweigeschossigen Unterbau und im Obergeschoss befand sich die Müllerwohnung. Später wurde zunächst ein Speicher angebaut, in den 1940er Jahren folgte ein zweigeschossiges Wohnhaus, in dem künftig zwei separat zugängliche Wohnungen entstehen sollen.



