Einen Tag nach der schrecklichen Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt versammelten sich mehrere Hundert Menschen zu einer ökumenischen Andacht in der Nikolaikirche, um der Opfer zu gedenken. „Leipzig trauert, aber Leipzig steht zusammen“, erklärte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) während der Zeremonie. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer nahm an der Andacht teil.
Worte der Anteilnahme und Besinnung
„Wir suchen Worte. Wir suchen Erklärungen. Ich glaube, die richtigen Worte gibt es nicht“, sagte Jung in seiner Ansprache. Mit Blick auf die Sicherheitsdebatte nach der tödlichen Fahrt durch die Fußgängerzone betonte er erneut: „Wir können unsere Städte nicht zu Festungen umbauen.“ Die Stadtverwaltung steht vor der Herausforderung, Sicherheit und Offenheit gleichermaßen zu gewährleisten.
Stimmen von Helfern und Betroffenen
Bei der Andacht kamen auch Helfer des Kriseninterventionsteams und Mitarbeiter von Geschäften zu Wort, vor deren Türen sich das schreckliche Geschehen ereignet hatte. Eine Apothekerin schilderte, dass der gestrige Nachmittag einen dunklen Schatten über die Innenstadt geworfen habe. Ein Krisenhelfer berichtete, dass seit Montagnachmittag rund 30 ehrenamtliche Helfer im Einsatz seien, um zuzuhören und für die Betroffenen da zu sein. „Wir ordnen Emotionen ein – als normale Reaktionen auf ein unnormales Ereignis“, erklärte er.
Am Montag war ein 33-jähriger Mann mit hoher Geschwindigkeit in einem Auto durch die Grimmaische Straße, eine der zentralen Einkaufsstraßen der Stadt, gefahren. Das Fahrzeug erfasste mehrere Passanten. Zwei Menschen kamen ums Leben, mehrere weitere wurden verletzt. Die Polizei ermittelt weiterhin zu den Hintergründen der Tat.



