Gedenktag in Quast: Seltener Blick in die Lübtheener Heide
Gedenktag Quast: Einblick in die Lübtheener Heide

Am Sonnabend, dem 9. Mai, findet der jährliche Quaster Gedenktag statt. Die Gemeinde Vielank lädt alle Interessierten ein, einen Tag in der ehemaligen Ortslage Quast in der Naturerbefläche Lübtheener Heide zu verbringen. Dieser Tag bietet eine seltene Gelegenheit, die sonst gesperrte Heide zu erkunden.

Die Griese Gegend: Ein abgeschiedener Ort

Die Veranstalter versprechen einen informativen Tag in der sogenannten Griesen Gegend. Der Autor Dieter Greve schrieb vor Jahren über diese Region: „Das traditionell Jabeler Heide genannte Gebiet in der Griesen Gegend ist ein abgeschiedener Ort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen.“ Eine alte Redewendung beschreibt die Abgelegenheit mit den Worten: „Aewer Quast ub Ramm geiht die Weg nah Abraham.“

Hans Vick ergänzte in seinem Buch „Sagen und volkskundliche Überlieferungen aus dem Kreise Hagenow“ weitere Ortsbeschreibungen: „Lübtheen is’ne Stadt, Jeiser is ook noch wat, Trebs is’n Uhlennest, in Jabel is dei Düwel wäst. In Vielank äten’s bloß Hawergrütt. In Hohenwoos sünd dei Dierns nix nütt. Aewer Quast un Ramm geiht dei Weg nah Abraham.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Sagen und Geschichte

Vick erwähnt zudem eine Sage, die Fritz Reuter in der „Urgeschicht von Meckelnborg“ aufgriff. Demnach habe Erzengel Michael die Griese Gegend erschaffen, während der Teufel die ritterschaftlichen Güter errichtete. Michael soll im Auftrag Gottes das Lübtheener Amt erschaffen haben, jedoch ohne „naug Lehm mank den Sand“ zu mischen. In der Zwischenzeit habe der Teufel bei Quast und Ramm Wohnung genommen und die Ritter am Rand der Heide angesiedelt.

Historische Entwicklung der Heide

Die Heide blieb den Bauern. Historisch entwickelte sich die Jabeler Heide anders: Während die Dörfer an den Tälern der Sude und Rögnitz durch Grünlandwirtschaft florierten, blieben die Heidedörfer zurück. Im 20. Jahrhundert wurde das Gebiet als Truppenübungsplatz genutzt. Zwischenzeitlich brachte der Abbau von Gips- und Kalisalz bei Lübtheen eine industrielle Entwicklung mit sich, die sogar zum Bau der Eisenbahnlinie Malliß-Lübtheen führte.

Nach der Schließung des Bergwerks gab es nur noch geringe industrielle Aktivitäten. Der Truppenübungsplatz bestand bis 1990, was zur Verödung der Jabeler Heide beitrug. Die Dörfer Ramm und Quast existieren heute nicht mehr. Inzwischen wird die Lübtheener Heide touristisch genutzt. Die sandigen Wege wurden teilweise befestigt, doch die Region bleibt von Problemen wie katastrophalen Waldbränden im Kiefernwald betroffen.

Anfahrt und Programm

Die Anfahrt zum Gedenktag ist über Hohen Woos oder Alt Jabel möglich. Für Radfahrer und Fußgänger gibt es ausgeschilderte Wege. Ausnahmsweise dürfen auch Pkw an diesem Tag die Strecken nach Quast nutzen. Die Zufahrtswege sind entsprechend markiert. Besucher sind zwischen 10 und 15 Uhr willkommen. Für Speisen und Getränke sorgt die Dorfgemeinschaft Hohen Woos gemeinsam mit dem Waldbadimbiss.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration