Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: WHO bestätigt Mensch-zu-Mensch-Übertragung
Hantavirus: Mensch-zu-Mensch-Übertragung auf Kreuzfahrt

Kap Verde – Bei den Hantavirus-Fällen auf einer Atlantik-Kreuzfahrt geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von einer Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch aus. Dies gab WHO-Expertin Maria Van Kerkhove auf einer Pressekonferenz in Genf bekannt. Normalerweise wird das Hantavirus durch Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. Beim Anden-Typ des Virus, der in diesem Fall vermutet wird, seien jedoch auch Infektionen zwischen Menschen bei engem Kontakt möglich, so die Epidemiologin.

Risikobewertung der WHO

Die WHO schätzt das Risiko dieses Ausbruchs für die breite Öffentlichkeit weiterhin als niedrig ein. „Das ist kein Virus, das sich wie Grippe oder Covid ausbreitet“, erklärte Van Kerkhove. Die Behörde betont, dass die Ansteckungsgefahr für die Allgemeinheit gering bleibt.

Ursprung der Infektionskette

Das betroffene kleine Kreuzfahrtschiff „Hondius“ mit insgesamt 140 Menschen an Bord war vom Süden Argentiniens aufgebrochen und ankert derzeit vor Kap Verde. Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von einem verstorbenen niederländischen Ehepaar ausging. Die beiden könnten sich vor der Einschiffung in Argentinien noch an Land angesteckt haben. Van Kerkhove wies darauf hin, dass viele Passagiere der Expeditions-Kreuzfahrt Wildtier-Beobachtungen und ähnliche Aktivitäten unternommen haben. Die weitere Übertragung könnte dann an Bord zwischen Personen stattgefunden haben, etwa in Kabinen. Die WHO-Expertin schloss nicht aus, dass die Infektionen auch von Nagetieren auf afrikanischen Inseln stammen könnten, die im Zuge der Kreuzfahrt angefahren wurden. Laut Schiffsbetreiber seien jedoch keine Ratten an Bord.

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Medizinische Maßnahmen

Bislang sind drei Passagiere der „Hondius“ gestorben: ein älteres niederländisches Ehepaar und ein Deutscher. Die WHO geht derzeit von insgesamt sieben Erkrankungsfällen aus. Der Transport von zwei Patienten an Bord in die Niederlande werde derzeit vorbereitet, sagte Van Kerkhove. Bislang sind nur in einem kleinen Teil der Fälle Hantaviren gesichert nachgewiesen worden. Laboruntersuchungen zu den übrigen Infektionen und zum genauen Typ des Virus laufen noch.

Ungewissheit über die Weiterfahrt

Über das weitere Schicksal der Passagiere herrschte vorerst Unklarheit. Van Kerkhove berichtete über Absprachen mit spanischen Behörden über eine Weiterfahrt auf die Kanarischen Inseln. Das Gesundheitsministerium in Madrid bestritt dies jedoch auf der Plattform X. Bislang sei eine Überprüfung der Menschen an Bord für Montagnachmittag vereinbart. Dies diene als Grundlage für weitere Entscheidungen über Rückführungsmaßnahmen und die weitere Route des Schiffes, hieß es vom Ministerium. Van Kerkhove wandte sich direkt an die Menschen auf der „Hondius“, die derzeit in ihren Kabinen bleiben sollten und bislang in Kap Verde nicht an Land durften. „Wir wissen, dass ihr Angst habt“, sagte sie. Die WHO setze sich für ihre medizinische Versorgung und Heimreise ein.

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