Sperma-WM in San Francisco: 100.000 Dollar für den schnellsten Schwimmer
Sie kamen für Samen! Was es nicht alles gibt: In den USA soll in diesem Jahr eine Sperma-Weltmeisterschaft stattfinden, bei der Spermien aus 128 Ländern gegeneinander antreten. Der Gewinner erhält 100.000 Dollar.
„Every Sperm Is Sacred“ heißt es in Monty Pythons Filmklassiker „Der Sinn des Lebens“ (1983): „Jede Spermie ist heilig“. Aber nicht jede Spermie ist eilig. Laut einer Studie sank die Spermienkonzentration bei Männern weltweit zwischen 1973 und 2018 um mehr als 50 Prozent – von 101 Millionen auf 49 Millionen Spermien pro Milliliter Samenflüssigkeit. Ein Thema, das vier Tech-Unternehmern am Herzen liegt. Um es sichtbarer zu machen, riefen Eric Zhu, Garret Niconienko, Nick Small und Shane Fan das „Sperm Racing“ ins Leben – bei dem der Gewinner satte 100.000 Dollar einstreicht!
10.000 Bewerber für 128 Plätze
So läuft das Spektakel ab: Im Finale in San Francisco (USA) kämpfen die Spermien von 128 Männern aus 128 Ländern um den Sieg. 10.000 Bewerber haben sich bereits angemeldet. Um ihr Land zu repräsentieren, müssen sie mindestens eine 25-prozentige Abstammung nachweisen. Wenn also ein Gustav Samenström in Schweden geboren wurde (wo es viele Samen gibt, ein indigenes Volk), aber seine Oma aus Australien stammt, darf er auch für Down Under antreten.
Die 128 Glücklichen erhalten ein Testkit, dann ist Handarbeit ausdrücklich erlaubt. Die Teilnehmer schicken ihre 30 Millionen Nationalspieler (so viele Spermien stecken etwa in einer Probe) per Post nach Kalifornien zurück, wo sie „mithilfe fortschrittlicher Labortechniken wie Inkubation, Spermienwäsche, Pipettieren und Zentrifugieren“ verarbeitet werden, wie Veranstalter Zhu in einem Video erklärt.
Die Rennstrecke ist 0,4 Millimeter lang
Dann gibt es Qualifikation, Gruppenphase (quasi die Spermier League) und natürlich Ausscheidungsrunden bis zum Finale, alles gefilmt mit hochauflösenden Kameras. Dabei müssen die Samenzellen unter einem Mikroskop eine 0,4 Millimeter lange Rennstrecke, etwa so groß wie ein Salzkorn, durchschwimmen. „Ein kontrollierter Mikrostrom fließt durch den Kanal und erzeugt Widerstand, der jeden Rennfahrer an seine Grenzen bringt“, erklärt Veranstalter Zhu. Er hofft, dass das Spektakel kein Rohrkrepierer wird.
Das Event soll nicht nur unterhalten, sondern auch auf das globale Problem des Spermienrückgangs aufmerksam machen. Ob die Aktion tatsächlich das Bewusstsein schärft oder eher als skurrile Kuriosität wahrgenommen wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Sperma-WM ist ein ungewöhnliches Experiment an der Schnittstelle von Wissenschaft, Aktivismus und Unterhaltung.



