Hubschrauber gegen Eichenprozessionsspinner: Luftangriff auf Raupenplage im Altmarkkreis
Im Altmarkkreis Salzwedel steht eine außergewöhnliche Bekämpfungsaktion bevor: Ein Hubschrauber soll in diesem Frühjahr großflächig gegen den Eichenprozessionsspinner vorgehen. Geplant ist der Einsatz über Teilen des Biosphärenreservats Drömling und angrenzenden Orten, voraussichtlich Anfang Mai. Der Landkreis hat die Maßnahme angekündigt, um eine der größten Befallsflächen Deutschlands einzudämmen.
Massiver Befall erfordert drastische Maßnahmen
Landrat Steve Kanitz (SPD) betont die Dringlichkeit der Situation: „Wir sehen uns mit einer der größten und am stärksten befallenen Flächen Deutschlands konfrontiert.“ Rund 750 Hektar Eichenbestände sind betroffen, was eine erhebliche Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung darstellt. Erstmals soll die Bekämpfung auch außerhalb von Wohngebieten erfolgen, nachdem eine Gefährdungsanalyse dies trotz Naturschutzstatus für zulässig erklärt hat.
Die Genehmigungen für die Flüge liegen bereits vor, und auch Umweltverbände haben ihre Zustimmung erteilt. Derzeit wird ein konkreter Einsatzplan mit Flugrouten und Terminen erarbeitet, über den die Bevölkerung noch gesondert informiert werden soll. Der Landkreis hält sich bezüglich der genauen Bekämpfungsmethode bedeckt, doch in vergleichbaren Fällen kommt üblicherweise ein biologischer Wirkstoff zum Einsatz.
Gesundheitsrisiken und kurzes Zeitfenster
Der Eichenprozessionsspinner stellt eine ernste Gesundheitsbedrohung dar. Die Raupen tragen mikroskopisch feine Brennhaare, die folgende Symptome auslösen können:
- Stark juckende Hautreaktionen
- Augenreizungen
- Atemwegsprobleme
Die Haare können sich über die Luft verbreiten, sodass kein direkter Kontakt nötig ist. Experten raten dringend davon ab, die Tiere oder ihre Nester zu berühren.
Die Bekämpfung aus der Luft ist nur in einem kurzen Zeitfenster wirksam – solange die Raupen noch keine Brennhaare entwickelt haben. Danach bleibt oft nur die aufwendige Entfernung der Nester durch Spezialfirmen. Der Eichenprozessionsspinner breitet sich seit Jahren zunehmend aus, wobei die genauen Faktoren für die Populationsentwicklung laut Fachleuten noch nicht vollständig geklärt sind.
Biologische Bekämpfung mit Hubschrauber
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur kommt bei solchen Einsätzen in der Regel ein biologischer Wirkstoff zum Einsatz, der gezielt von den Raupen aufgenommen wird. Dieser ist für Menschen und andere Wirbeltiere ungefährlich und betrifft in der Regel auch nicht Bienen oder andere Insekten. Die Methode gilt als umweltverträgliche Lösung für die akute Plage.
Der Altmarkkreis setzt damit auf eine innovative Strategie, um die Ausbreitung des Schädlings einzudämmen und den Gesundheitsschutz der Bevölkerung zu gewährleisten. Die bevorstehende Aktion unterstreicht die wachsende Herausforderung, die der Eichenprozessionsspinner für Kommunen und Gesundheitssysteme darstellt.



