Für den Jugendklub in Stavenhagen gibt es wieder Hoffnung. Die Stadt will den Trägerschaftsvertrag mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in diesem Jahr nun doch nicht kündigen. Darauf einigten sich am Dienstagabend die Stadtvertreter in einer außerordentlichen Sitzung. Sie nahmen damit ihre Entscheidung vom März zurück, stellten aber Bedingungen.
Stadt setzt auf Deckelung der Förderung
So wollen sie die jährliche Fördersumme auf 93.570 Euro begrenzen. Das heißt, die Awo soll ab 2027 auf den Ausgleich des Defizits verzichten, das aufgrund von Tariferhöhungen entsteht. Denn der Wohlfahrtsverband steckt das Geld der Stadt ins Personal und bezahlt die beiden Mitarbeiterinnen im Jugendklub nach Tarif. Für die Stadt bedeutet dies gegenwärtig, dass jährlich der Zuschuss ansteigt, im nächsten Jahr geht man von 98.250 Euro aus. Doch angesichts der prekären Haushaltslage kann sich das die Kommune nicht leisten.
Verhandlungen bis zum 30. Juni
Bis zum 30. Juni soll nun mit der Arbeiterwohlfahrt darüber verhandelt werden. Die Stadtvertreter hoffen, dass sich Stadt und Awo einigen werden. Zudem müsse man sich gemeinsam Gedanken machen, wie es ab 2028 weitergehen soll und ob der Vertrag fortbestehen bleibt, hieß es. Die Kommunalpolitiker wollen ein neues Konzept für das Freizeitzentrum, das auch ältere Jugendliche anspricht.
Streit zwischen Stadt und Awo eskaliert
In den vergangenen Wochen hatte sich der Streit zwischen Stadt und Awo zugespitzt. Wie das Ganze gelaufen ist, kritisierte Vize-Stadtpräsident Detlef Hein (UFS). Wie er klarstellte, sei fraktionsübergreifend zunächst besprochen worden, dass die Kündigung des Vertrages der richtige Weg sei, um mit der Awo über eine Trägerschaft neu verhandeln zu können. Denn wie in anderen Bereichen soll auch hier gespart werden.
Lügen in sozialen Medien
In den sozialen Medien sei ein Post aufgetaucht „Rettet den Jugendklub“, in dem es hieß, die Stadt stelle keine finanziellen Mittel mehr zur Verfügung. Das sei eine Lüge, meinte Hein und weiter: „Eine Lüge war auch, dass wir den Jugendklub schließen wollen.“ Er sei enttäuscht, dass in einer Gesprächsrunde Anfang Mai die Linken es so dargestellt hätten, dass nur sie den Klub retten wollten. Und die anderen wären die Bösen. Bisher habe er in seiner 18-jährigen Tätigkeit als Stadtvertreter noch nie erlebt, dass parteipolitische Interessen im Vordergrund standen, es sei immer um die Sache für die Stadt gegangen, sagte Hein.



