Knapp vier Monate vor der Abgeordnetenhauswahl hat die Berliner SPD eine neue Doppelspitze gewählt. Auf einem Landesparteitag in Berlin-Mitte stimmten am Abend 95,1 Prozent der Delegierten für den SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach. Die Abgeordnete Bettina König erhielt 85,7 Prozent der Stimmen. Beide führen den Landesverband künftig gemeinsam.
Klares Votum für die neue Führung
Das Wahlergebnis fiel deutlich besser aus als bei den Wahlen der Parteispitze in den vergangenen Jahren. Es gilt als klare Bestätigung für Krach (46) und König (47) und als Signal der Geschlossenheit der Partei, was im Berliner Landesverband nicht selbstverständlich ist. Die vorherigen Vorsitzenden Nicola Böcker-Giannini und Martin Hikel hatten im vergangenen Jahr überraschend ihren Rückzug erklärt, nachdem sie nur 65,5 bzw. 67,6 Prozent Zustimmung erhalten hatten.
Wahlkampf gegen den amtierenden Bürgermeister
Krach tritt bei der Wahl am 20. September gegen den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) an. Er will das Rote Rathaus für die SPD zurückerobern. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf sagte ihm volle Unterstützung zu: „Du bringst wirklich alles mit, um im Herbst neuer Regierender Bürgermeister dieser Stadt zu werden. Du hast jede Unterstützung der Bundespartei. Ich werde mit am Start sein und mit Wahlkampf machen.“
Herausforderungen im Wahlkampf
Die SPD als Juniorpartner der CDU liegt in Umfragen derzeit bei rund 14 Prozent – deutlich unter den 18,4 Prozent von 2023, die damals als „historisch schlecht“ galten. Krach gibt als Ziel aus, am Wahlabend auf Platz eins zu landen. Aktuelle Umfragen sehen die CDU vorn, gefolgt von AfD, Grünen und Linken. Krach kommentierte die Umfrageergebnisse mit den Worten: „Die Umfrageergebnisse sind Mist – mein Ziel ist nach wie vor das Rote Rathaus.“
Weitere Themen auf dem Parteitag
Am Samstag soll der Landesparteitag fortgesetzt werden, um über das Wahlprogramm zu beraten. Diskutiert werden unter anderem die Enteignung großer Wohnungsunternehmen und die Bewerbung Berlins um Olympische und Paralympische Spiele. Krach und König übernehmen den Vorsitz in schwierigen Zeiten, doch das starke Votum gibt der Partei Rückenwind für den Wahlkampf.



