Nach der Amokfahrt durch die Leipziger Innenstadt schwebt keines der schwer verletzten Opfer mehr in Lebensgefahr. Das gab Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) am Rande einer Gedenkveranstaltung im Paulinum der Universität Leipzig bekannt. „Wir müssen jetzt nicht befürchten, dass es weitere Todesopfer gibt“, so Jung. Ein besonders schwer verletzter Mann aus Spanien sei inzwischen außer Lebensgefahr. Jung hoffe, ihn in den nächsten Tagen besuchen zu können.
Überprüfung der Zufahrtswege angekündigt
Der Täter, ein 33-jähriger in Leipzig lebender Deutscher, war mit seinem Auto ungehindert in die belebte Fußgängerzone nahe dem Paulinum gefahren, hatte zwei Menschen getötet und viele weitere verletzt. Jung kündigte eine umfassende Überprüfung aller Zufahrtswege in die Innenstadt an. „Bis gestern gab es keinen Hinweis auf eine Gefährdungslage am Eingang der Grimmaischen Straße. Aber die Frage muss jetzt gestellt werden: Können wir es noch besser machen?“, sagte er. Die Grimmaische Straße werde vorerst an der betreffenden Stelle abgesperrt.
Kein Ausbau zur Festung
Jung, zugleich Präsident des Deutschen Städtetags, betonte jedoch: „Wir wollen nicht unsere Innenstädte als Festung ausbauen.“ Die Sicherheit in den Innenstädten sei ein „Balanceritt“ zwischen nötiger Sicherheit, Rettungswegen, Lieferverkehr, Feuerwehrzugang und Aufenthaltsqualität. Eine Abwägung dieser Faktoren sei entscheidend.



