Luftbetankung über MV: Kerosin für Kampfjets in vier Zonen
Luftbetankung über MV: Kerosin für Kampfjets

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es gleich vier festgelegte Zonen für die Luftbetankung von Militärflugzeugen. Das Bundesland bietet für dieses Spezialmanöver besondere Bedingungen, wie die Luftwaffe mitteilt.

Vier Tankerrouten in MV

Bundesweit gibt es nur 16 speziell festgelegte Routen, in denen fliegende Tankstellen wie der A400M ihre Runden drehen und von Kampfjets angezapft werden dürfen. Vier solcher Luftbetankungs-Ovale liegen allein in Mecklenburg-Vorpommern: Im westlichen Landesteil verläuft über Teilen der Landkreise Ludwigslust-Parchim, Nordwestmecklenburg und Rostock die fest definierte Tankerroute mit dem Codenamen „Merle“. Östlich davon liegen die Areale „Janin“ und „Tina“. Und ganz im Norden von MV, über der Insel Rügen, liegt der Tankorbit „Nele“.

Kurze Flugzeit zum Tanken

Dass in Mecklenburg-Vorpommern gleich vier Betankungszonen eingerichtet wurden, während die Militärmaschinen rund um Berlin und anderen Teilen Deutschlands keinen Luft-Tankstopp einlegen dürfen, liegt an einigen besonderen Bedingungen im Nordosten. Die Tankflugzeuge der Luftwaffe vom Typ A400M fliegen dabei immer wieder die gleiche Route in rund 6000 Metern Höhe. Zeichnet man den Kurs nach, ergibt sich eine ovalförmige Form wie bei einer Radrennbahn.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Tina, Janin und die anderen Betankungsovale in Deutschland sind in der Regel innerhalb oder in unmittelbarer Nähe zu militärischen Übungslufträumen angelegt worden. „Durch diese Positionierung wird eine optimale Unterstützung des Übungsflugbetriebes der Luftstreitkräfte mit Großraumtankern gewährleistet“, erklärt das Verteidigungsministerium in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linken im Bundestag. Mit anderen Worten: Die Wege zum nächsten Tankstopp sollen möglichst kurz gehalten werden.

In Mecklenburg-Vorpommern liegt nach Angaben der Luftwaffe eine der größten Übungszonen für Militärflüge in Deutschland. Aufgrund der Ausmaße von 26.133 Quadratkilometern konnten deshalb im Nordosten „vier Luftbetankungsorbits etabliert werden“, teilt die Luftwaffe mit.

Bundeswehr verweist auf operative Sicherheit

Der Nordosten ist aber noch aus einem weiteren Grund für den Einsatz von Großraumtankern besser geeignet als etwa die Region Berlin. Der Luftraum über dem Bundesgebiet ist laut Verteidigungsministerium aufgrund des sehr dichten Netzes von Verkehrsflughäfen und „teilweise sehr hohem zivilem Flugverkehrsaufkommen eine knappe und begrenzte Ressource.“ Das gilt speziell für Regionen mit großen und passagierreichen Flughäfen wie Frankfurt am Main, München oder Berlin-Brandenburg. MV spielt im internationalen Flugverkehr hingegen kaum eine Rolle.

Die genaue Anzahl der Betankungsflüge von Luftwaffe und Nato-Verbündeten über Mecklenburg-Vorpommern wird geheim gehalten. „Eine detaillierte Auswertung wird aufgrund der operativen Sicherheit nicht aufgeschlüsselt“, antwortet die Luftwaffe auf eine Anfrage unserer Redaktion. Preisgegeben werden nur Gesamtzahlen: 1384 Betankungen in der Luft wurden demnach in Deutschland zwischen 2023 und 2025 durchgeführt. Die Tank-Treffs Merle, Tina, Janin und Nele in Mecklenburg-Vorpommern wurden dabei 84 Mal angeflogen. Zwischenfälle bei Luftbetankungen in Mecklenburg-Vorpommern seien nicht bekannt, teilte die Luftwaffe weiter mit.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration